RWE Aktie: Entscheidende Woche
RWE steht unter doppeltem Druck: Das Bundeskartellamt sieht Marktmacht, während der Konzern milliardenschwere Offshore-Projekte in Großbritannien vorantreibt. Die Jahresbilanz soll Klarheit schaffen.

- Kartellamt attestiert RWE marktbeherrschende Stellung
- Milliardenprojekt Norfolk Vanguard West mit Vestas-Turbinen
- Finanzinvestor KKR steigt zu 50 Prozent ein
- Investitionsrahmen bis 2030 auf 35 Milliarden reduziert
RWE legt am Mittwoch die Jahreszahlen für 2025 vor – und steht dabei unter doppeltem Druck: Während das Bundeskartellamt dem Essener Konzern eine zu starke Marktposition in Deutschland attestiert, treibt das Management milliardenschwere Offshore-Projekte in Großbritannien voran. Anleger werden genau hinsehen, wie der Vorstand diese Gratwanderung zwischen Regulierung und Expansion erklärt.
Kartellamt warnt vor Marktmacht
Das Bundeskartellamt stuft RWE, LEAG und EnBW als zunehmend marktbeherrschend ein. Der Grund: Durch den Wegfall alter Kohlekraftwerke ist RWE in sogenannten „pivotalen Stunden“ unverzichtbar geworden – also in Zeiten, in denen die Nachfrage ohne das Unternehmen nicht gedeckt werden könnte.
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Als wahrscheinlich marktbeherrschend gilt ein Versorger bereits ab einem Pivotal-Anteil von über 5 Prozent der Jahresstunden. RWE lag laut Behörde zwischen 4,3 und 11,1 Prozent – und überschreitet damit klar die kritische Schwelle. Die regulatorischen Konsequenzen dieser Einstufung sind noch offen, dürften aber am Mittwoch zur Sprache kommen.
Milliarden-Offensive vor Norfolk
Während im Heimatmarkt Gegenwind aufzieht, setzt RWE international auf Wachstum. Für das Projekt Norfolk Vanguard West vor der britischen Ostküste bestellte der Konzern 92 Offshore-Turbinen bei Vestas. Die Gesamtkapazität von 1.380 MW soll ab 2029 rund 1,5 Millionen Haushalte versorgen.
Um die Finanzierungslast zu senken, holt sich RWE dabei Unterstützung: Der Finanzinvestor KKR steigt mit 50 Prozent in die großen Norfolk-Projekte ein. Die finale Investitionsentscheidung fällt im Sommer. Zusätzlich sicherte sich der Konzern britische Einspeisetarife von 91,20 Pfund pro Megawattstunde – ein wichtiger Baustein für planbare Erträge.
Auch in Südeuropa baut RWE aus: In Italien mehr als verdoppelte das Unternehmen seine Kapazitäten im Bau auf 235 MW, darunter Windparks auf Sardinien und mehrere Solaranlagen.
Schulden im Blick, Investitionen gekürzt
Die Nettoverschuldung lag zuletzt bei 15,7 Milliarden Euro. Gleichzeitig reduzierte RWE den Investitionsrahmen bis 2030 von ursprünglich 45 auf 35 Milliarden Euro. Ab 2028 sollen etwa 75 Prozent des operativen Ergebnisses aus Wind- und Solarenergie stammen – ein strategischer Schwenk hin zu stabileren Cashflows.
Parallel läuft das im November 2024 gestartete Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro weiter. Der Hauptversammlung am 30. April wird eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie vorgeschlagen.
Am 12. März wird sich zeigen, ob die operative Ertragskraft ausreicht, um Schuldenlast und Expansionspläne unter einen Hut zu bringen – und wie der Vorstand auf die kartellrechtlichen Bedenken reagiert. Der CEO kündigte zudem an, indirekte Auswirkungen US-amerikanischer Zölle auf die Investitionsprojekte einzuschätzen.
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