RWE Aktie: Fokus auf Wachstum
RWE erhält mehrere Kurszielerhöhungen, verkauft Windgeschäft in Schweden und startet ein Milliardenprojekt in Großbritannien mit KKR, um das Wachstum zu fokussieren.

- Jefferies erhöht Kursziel auf 61 Euro
- Verkauf des gesamten schwedischen Windportfolios
- Milliarden-Offshore-Projekt mit KKR in Großbritannien
- Aktie notiert nach starkem Jahreslauf leicht schwächer
RWE sortiert sein Portfolio neu und holt sich frisches Rückenwind von der Analystenseite. Zwischen dem Ausstieg aus dem schwedischen Windgeschäft und einem Milliardenprojekt in Großbritannien stellt sich die Frage: Wie tragfähig ist die aktuelle Wachstumsstory?
Die Fakten im Überblick
- Jefferies hebt das Kursziel deutlich auf 61 Euro an (Buy)
- Weitere Häuser wie RBC, Berenberg und Deutsche Bank ziehen mit
- Verkauf des gesamten schwedischen Windportfolios an Aneo
- Großprojekt in Großbritannien mit KKR, Investitionsvolumen > 15 Mrd. US-Dollar
- Aktie nach starkem Lauf seit Jahresbeginn nur leicht schwächer
Analysten schrauben Kursziele nach oben
Ausgangspunkt der neuen Dynamik ist eine Studie von Jefferies. Analyst Ahmed Farman erhöht das Kursziel für die RWE Aktie von 54 auf 61 Euro und bleibt bei der Einstufung „Buy“. Vom aktuellen Niveau um 51,26 Euro entspräche das einem Aufwärtspotenzial von knapp 20 Prozent.
Farman sieht RWE strategisch gut aufgestellt für die Unternehmensziele bis 2025. Besonders bemerkenswert ist jedoch der Blick darüber hinaus: Für den Zeitraum 2026 bis 2030 erwartet Jefferies eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 17 Prozent. Beim Gewinn je Aktie wird für 2030 ein Niveau von 4,30 Euro in Aussicht gestellt – ein klarer Hinweis darauf, dass die Analysten mit einer deutlichen Ergebnissteigerung rechnen.
Auch andere Banken stützen dieses Bild, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Zielmarken. RBC und Berenberg haben ihre Kursziele jeweils auf 58 Euro angehoben, die Deutsche Bank auf 55 Euro. Barclays bleibt mit 52 Euro konservativer, verweist aber auf die wachsende Bedeutung von Stromversorgern im Umfeld steigender KI-bedingter Rechenzentrumsnachfrage. Insgesamt ergibt sich damit ein breites Fundament an positiven Einschätzungen.
Portfolio-Umbau: Exit in Schweden
Parallel zu den Research-Meldungen treibt RWE die Neuausrichtung des Geschäftsportfolios voran. Das Unternehmen verkauft seine gesamten schwedischen Windenergie-Aktivitäten an den norwegischen Energieakteur Aneo.
Zum Paket gehören:
- Onshore-Entwicklungsprojekte mit rund 1,8 Gigawatt (GW) geplanter Kapazität
- Bestehende Onshore-Windparks mit 124 Megawatt (MW)
- Der Offshore-Windpark Kårehamn mit 48 MW (in Betrieb seit 2013)
- Zugehörige Teams und Teile des Servicegeschäfts
Das Closing ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Management begründet den Schritt mit einem klaren Fokus auf profitables Wachstum in Kernmärkten. Damit wird Kapital aus einem Randmarkt gelöst und kann in Regionen mit höherer erwarteter Rendite eingesetzt werden.
Milliardenprojekt mit KKR in Großbritannien
Wohin die frei werdenden finanziellen Spielräume unter anderem fließen sollen, zeigt die Partnerschaft mit dem US-Investor KKR. Beide Seiten beteiligen sich im Verhältnis 50:50 an den britischen Offshore-Windparks Norfolk Vanguard East und West.
Das Projekt hat große Dimensionen:
- Investitionsvolumen: über 15 Milliarden US-Dollar
- Geplante Gesamtkapazität: 3 GW
- Anvisierter Betriebsstart: 2029/2030
Durch den Einstieg von KKR reduziert RWE seinen eigenen Kapitalbedarf deutlich und teilt sich zugleich das Entwicklungsrisiko. Marktbeobachter werten dieses Co-Investment als pragmatischen Weg, das Wachstum im Offshore-Bereich zu beschleunigen, ohne die Bilanz übermäßig zu belasten.
Kursbild und Technik
An der Börse fällt die Reaktion auf die Nachrichtenlage bislang moderat aus. Heute notiert die RWE Aktie mit 51,26 Euro leicht im Minus, die Tagesveränderung beträgt rund -0,08 Prozent. Im kurzfristigen Bild ist das jedoch nur ein kleiner Rücksetzer: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Plus bei etwa 77 Prozent, seit Jahresbeginn bei gut 9 Prozent.
Charttechnisch hat der Titel mit dem nachhaltigen Sprung über die Marke von 50 Euro ein wichtiges Signal geliefert. Der Kurs liegt aktuell rund 10 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 46,31 Euro und gut 30 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 39,32 Euro. Der RSI von 59,8 deutet auf keinen überhitzten Zustand hin, sondern eher auf einen intakten, aber nicht extrem überkauften Aufwärtstrend.
Fazit: Wachstumsstory mit klarer Agenda
RWE verbindet aktuell zwei zentrale Linien: den gezielten Rückzug aus weniger attraktiven Märkten wie Schweden und den Aufbau großer, kapitalkräftiger Projekte wie Norfolk Vanguard gemeinsam mit KKR. Die gestaffelten Kurszielanhebungen mehrerer Banken und die ambitionierten Wachstumsannahmen von Jefferies fügen sich nahtlos in dieses Bild.
Kurzfristig dürfte für viele Marktteilnehmer entscheidend sein, dass die Aktie die Marke von 50 Euro verteidigt und damit den jüngsten Aufwärtstrend bestätigt. Mittel- bis langfristig werden die Fortschritte beim Portfolio-Umbau und die Umsetzung der Großprojekte, insbesondere in Großbritannien, maßgeblich bestimmen, ob sich die erwartete Wachstumsdynamik bis 2030 tatsächlich realisieren lässt.
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