Rwe Aktie: Kapitalerhöhung entschieden

Das Bundeskartellamt sieht bei RWE eine marktbeherrschende Stellung, während der Konzern gleichzeitig sein Offshore-Geschäft in Großbritannien ausbaut.

Die Kernpunkte:
  • Kartellamt sieht RWE als marktbeherrschend an
  • Expansion mit Offshore-Windpark in Großbritannien
  • Investitionsplan von 35 Milliarden Euro bis 2030
  • Geschäftsbericht und Dividende stehen an

Das Bundeskartellamt hat RWE gemeinsam mit LEAG und EnBW eine deutlich gestiegene Marktmacht im deutschen Strommarkt attestiert. Die Behörde verweist auf sogenannte pivotale Stunden – Zeiträume, in denen ein Erzeuger unverzichtbar für die Deckung der Nachfrage ist. Bei RWE lag dieser Wert zwischen 4,3 und 11,1 Prozent. Das liegt weit über der Schwelle von fünf Prozent, ab der von einer marktbeherrschenden Stellung ausgegangen wird.

Der Hintergrund: Steuerbare Stromerzeugungskapazitäten sind in Deutschland knapper geworden. Mit dem Ende der befristeten Reaktivierung von Reservekraftwerken im Frühjahr 2024 und weiteren Abschaltungen im Zuge des Kohleausstiegs hat sich das inländische Angebot spürbar verringert.

Rechtliche Konsequenzen drohen

Die mögliche marktbeherrschende Stellung hat nach Einschätzung des Bundeskartellamts rechtliche Folgen für RWE. Marktbeherrschende Kraftwerksbetreiber dürfen keine Erzeugungskapazitäten gezielt zurückhalten, um Preise in die Höhe zu treiben. Eine kurzfristige Entspannung der Marktmachtverhältnisse ist aus Sicht der Behörde nicht absehbar. Geplante Ausschreibungen für den Neubau steuerbarer Kraftwerkskapazitäten können aufgrund der Bauzeiten frühestens in einigen Jahren zu einer spürbaren Ausweitung des Angebots führen.

Am 12. März legt RWE seinen Geschäftsbericht für 2025 vor. Der Earnings Call wird Aufschluss über Segment-EBITDA, Trading-Ergebnisse und Investitionspläne geben. Auf der Hauptversammlung am 30. April soll eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie zur Abstimmung gestellt werden. Die Nettoverschuldung lag zuletzt bei 15,7 Milliarden Euro.

Offshore-Expansion in Großbritannien

Während RWE im Heimatmarkt regulatorischem Druck ausgesetzt ist, treibt der Konzern sein internationales Geschäft voran. Im britischen Allocation Round 7 sicherte sich RWE einen Contract for Difference zu einem Strike-Preis von 91,20 Pfund pro Megawattstunde für das 1.380-Megawatt-Projekt Norfolk Vanguard West. Als Partner wurde KKR gewonnen.

RWE hat einen festen Auftrag mit Vestas für die Lieferung von 92 V236-15,0-MW-Offshore-Windturbinen platziert. Mit einem Rotordurchmesser von 236 Metern und einer Nabenhöhe von über 260 Metern gehören die Maschinen zu den leistungsstärksten auf dem globalen Offshore-Markt. Das Projekt liegt mehr als 45 Kilometer vor der Küste von Norfolk und könnte nach Inbetriebnahme im Jahr 2029 jährlich Strom für rund 1,5 Millionen britische Haushalte erzeugen. Die finale Investitionsentscheidung ist für den Sommer 2026 geplant.

Investitionsplan und Kapitalstruktur

Für den Zeitraum 2025 bis 2030 plant RWE Investitionen von rund 35 Milliarden Euro – etwa zehn Milliarden weniger als ursprünglich vorgesehen. Etwa 75 Prozent des EBITDA sollen ab 2028 aus Wind- und Solarenergie stammen. Im November 2024 hatte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro angekündigt, das bis Mai 2026 läuft.

Die Jahreszahlen am 12. März werden zeigen, ob RWEs operative Ergebnisse ausreichen, um die Schuldenlast zu managen und gleichzeitig die ambitionierten Investitionspläne zu finanzieren. Die britischen AR7-Erfolge könnten das langfristige Wachstum stärken – mit überschaubarem Einfluss auf die Bilanz dank der KKR-Partnerschaft. Die Aktie notiert bei 52,64 Euro und damit knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 54,82 Euro.

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