RWE Aktie: Kartellamt warnt
Das Bundeskartellamt stellt eine erheblich gestiegene Marktmacht von RWE im deutschen Strommarkt fest. Neue Kraftwerke werden erst langfristig Entspannung bringen, während das Unternehmen Aktien zurückkauft.

- Kartellamt sieht RWE in zu vielen Stunden als unverzichtbar
- Marktmacht der großen Stromerzeuger hat deutlich zugenommen
- Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,5 Milliarden Euro läuft
- Analysten bewerten die Lage des Konzerns unterschiedlich
RWE rückt nach einem neuen Bericht des Bundeskartellamts unangenehm nah an das Thema „Marktmacht“. Die Behörde sieht Anzeichen, dass der Konzern auf dem deutschen Strommarkt in kritischen Situationen zu oft unverzichtbar ist. Was heißt das konkret – und warum dürfte sich die Lage laut Kartellamt nicht schnell entspannen?
Marktmachtbericht setzt neuen Akzent
Das Bundeskartellamt hat am 19. Februar 2026 seinen sechsten Bericht zu den Wettbewerbsverhältnissen bei der Stromerzeugung veröffentlicht. Im Fokus steht dabei nicht der klassische Marktanteil, sondern die Frage, wie häufig ein Erzeuger für die Versorgung zwingend gebraucht wird.
RWE liegt laut Behörde „deutlich über“ der kritischen Schwelle von fünf Prozent sogenannter „pivotaler Stunden“. Auch LEAG überschreitet diese Marke, EnBW liegt knapp darunter. Kartellamtspräsident Andreas Mundt fasste die Stoßrichtung klar zusammen: Die Marktmacht der führenden Erzeuger – RWE, LEAG und EnBW – habe „erheblich zugenommen“.
Was „pivotal“ in der Praxis bedeutet
„Pivotal“ meint: In wie vielen Stunden im Jahr der Strom eines Anbieters nötig ist, um die Nachfrage überhaupt zu decken. Überschreitet dieser Anteil fünf Prozent der Jahresstunden, wertet das Kartellamt das als Hinweis auf eine marktbeherrschende Stellung.
Der Bericht stützt sich auf Daten von Mai 2024 bis April 2025. Das ist ein Zeitraum, der bewusst nach dem Ende der befristeten Reaktivierung von Reservekraftwerken Anfang 2024 liegt. Mit der Rückkehr zum ursprünglichen Kohleausstiegspfad verschwanden steuerbare Kapazitäten vom Markt – und die verbleibenden Betreiber werden entsprechend häufiger „unverzichtbar“.
Keine schnelle Entspannung – Rückkauf läuft
Eine kurzfristige Normalisierung hält die Behörde für unwahrscheinlich. Neue steuerbare Kraftwerkskapazitäten, die die Bundesregierung angekündigt hat, dürften erst in einigen Jahren spürbar wirken. Gleichzeitig empfiehlt das Kartellamt, künftige Ausschreibungen gezielt so zu nutzen, dass bestehende Marktmacht abgebaut wird.
An der Börse kam die Gemengelage zuletzt nicht als Rückenwind an: Die Aktie notiert heute bei 51,72 Euro und liegt damit rund 5% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 54,48 Euro (Anfang Februar). Unabhängig von der regulatorischen Debatte setzt RWE aber sein Aktienrückkaufprogramm fort: In der Woche vom 9. bis 13. Februar kaufte der Konzern 397.824 eigene Aktien zurück; seit Start der dritten Tranche Anfang Dezember 2025 summiert sich das auf über 4,1 Millionen Stück (rund 200 Millionen Euro). Das Gesamtprogramm ist auf bis zu 1,5 Milliarden Euro angelegt und läuft bis ins zweite Quartal 2026.
Zum regulatorischen Signal passt, dass die Analysten zuletzt nicht einheitlich klangen: Bernstein senkte am 13. Februar von „Outperform“ auf „Market-Perform“ und begründete das mit bereits eingepreistem Wachstum – hob das Kursziel aber gleichzeitig an. JPMorgan bestätigte dagegen die Einstufung „Overweight“.
Unterm Strich bleibt der Bericht ein klarer Hinweis darauf, dass Regulierung und Marktdesign beim Strommarkt wieder stärker in den Vordergrund rücken – und dass RWE dabei laut Kartellamt zu den zentralen Adressen gehört. Bis neue steuerbare Kapazitäten tatsächlich Wirkung zeigen, dürfte dieses Thema den Konzern und damit auch die Wahrnehmung am Markt weiter begleiten.
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