RWE: Aussicht auf Dividende hilft der Aktie – kurzfristig

Die RWE-Aktie befindet sich seit Ende Juli in einer Abwärtsbewegung. Auch die jüngsten Quartalszahlen konnten nicht überzeugen. Da sind gute Nachrichten natürlich gerne gesehen: In einem Zeitungsinterview stellte Konzernchef Rolf Martin Schmitz in Aussicht, dass bald wieder eine Dividende ausgezahlt werden könnte. Das sorgte für einen kurzfristigen Kurs-Schub, auf lange Sicht muss das Unternehmen aber vor allem operativ mehr bieten.

© RWE
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Jahrelang galt RWE als verlässlicher Dividendenzahler. In diesem Jahr mussten die Aktionäre jedoch aufgrund von Verlusten auf eine Zahlung verzichten. Nun stellt die Konzernspitze klar, dass es möglichst bald wieder Ausschüttungen geben soll.

Rund 30 Cent beträgt die durchschnittliche Schätzung der Analysten. Eine Entscheidung über die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung soll aber erst in ein paar Monaten getroffen werden. Für Schmitz ist außerdem wichtig, dass die Aussagen zu Dividenden langfristig Bestand haben. So sollen Aktionäre möglichst vor bösen Überraschungen geschützt sein.

Mal eine gute Nachricht für die RWE-Aktie

Gute Nachrichten sind derzeit selten beim Essener Energieversorger. Und so machte die Aktie des Unternehmens direkt einen kleinen Sprung nach den Aussagen des Konzernchefs. Mehr als drei Prozent legte das Papier im gestrigen Handel zu und gehörte zu den großen Tages-Gewinnern im Dax.

Am heutigen Vormittag musste der Titel jedoch einen Teil seiner Gewinne wieder abgeben. Das kommt nicht ganz überraschend, denn für einen langfristigen Aufwärtstrend reicht die Ankündigung einer möglichen Dividendenzahlung nicht aus. Nach den teils enttäuschenden Quartalszahlen gilt es für RWE nun vor allem, den Gewinnrückgang zu stoppen und die angekündigten Ziele für EBITDA und Nettoergebnis mindestens zu treffen.

Analysten sind gespalten

Wie es für RWE in den kommenden Monaten weitergeht, ist kaum vorherzusehen. Die Probleme mit der schwächelnden Kraftwerkssparte und den niedrigen Strompreisen scheinen ungelöst. Andererseits hat das Papier in den letzten Monaten schon deutlich Federn lassen müssen. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass es unter den Analysten-Häusern große Meinungsverschiedenheiten gibt. Zwei Beispiele: Die Société Générale rät bei RWE trotz gesunkenem Kursziel nach wie vor zum Kauf, die HSBC senkte ihr Votum auf „Reduce“.

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