RWE: Das sieht nicht gut aus

Die Aktie des Versorgers RWE läuft Gefahr, ihre seit Mitte Dezember laufende Erholung zu beenden und wieder zurückzufallen. Wobei hier sowohl fundamentale als auch charttechnische Gründe eine Rolle spielen könnten.

© RWE

Von der Euphorie nach dem geglückten Börsengang der Tochter Innogy ist inzwischen nicht mehr viel übrig geblieben. Denn immer mehr Anleger fragen sich, wo nun die zukünftigen Perspektiven des Versorgers liegen könnten. Zwar hatte dieser bekanntlich eine große Last von den Schultern weg bekommen, nachdem man sich zusammen mit anderen Atomkraftwerks-Betreibern mit dem Staat auf milliardenschwere Zahlungen geeinigt hatte, mit denen die Versorger nun das Risiko der Atommüll-Zwischen- und -Endlagerung losgeworden sind.

RWE ohne Plan?

Doch im Gegenzug fehlen die positiven operativen Impulse. Denn nachdem man mit Innogy die wachstumsträchtigsten Aktivitäten abgegeben hat, steht RWE als geradezu klassisches Old Business da. Was nicht heißt, dass man hier nicht auch neue Töne anschlagen könnte. Das betrifft insbesondere die Digitalisierung der Stromversorgung. Gerade mit Blick auf die Tendenzen zu immer dezentraler Stromerzeugung könnte hier RWE punkten. Doch eine Strategie, die den Markt begeistern würde, ist noch nicht in Sicht.

Das bekommt nun auch zusehends wieder die Aktie zu spüren. Wobei die letzten Tage ein großes Risiko aufzeigten. Denn zum einen gelang es nicht, beim Chart-Indikator Bollinger Bänder den oberen Rand zu überwinden. In der Interpretation dieses Indikators würde dies heißen, dass sich die Aktie nun wieder eher in Richtung des unteren Bandes orientieren dürfte. Und dieses liegt bei derzeit rund 11,50 Euro und damit rund 9 % unter dem aktuellen Kurs.

Charttechnik weist auf Korrektur hin

Doch auch das Unvermögen der Aktie, die 100-Tage-Linie ernsthaft anzugreifen, sollte als Warnsignal gelten. Aus dieser Konstellation heraus bestünde sicherlich das Risiko eines Rücksetzer auf mindestens zwölf Euro bzw. knapp darunter, wo die 50-Tage-Linie verläuft. Wobei als negatives i-Tüpfelchen noch zu nennen wäre, dass der langfristige Abwärtstrend, der 2014 seinen Anfang nahm, damit erneut bestätigt würde.

Fazit: Die Tatsache, dass RWE heute mit einem Minus von über 1 % erneutes Schlusslicht im DAX ist, weist erneut darauf hin, wie schwach dieser Wert generell ist. Eine aussichtsreiche Comeback-Story würde anders aussehen.

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