RWE: Nicht überzeugend genug

Die Situation beim Versorger RWE bleibt schwierig. Das haben auch die aktuellen Zahlen zum dritten Quartal bzw. zu den ersten neun Monaten gezeigt. Da der Konzern insgesamt für das laufende Geschäftsjahr optimistischer ist, fiel die erste Reaktion an der Börse positiv aus. Doch nur kurz.

© RWE
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Insgesamt musste RWE in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinnrückgang verschmerzen. So viel das operative Ergebnis auf Basis des EBITDA um 13 % auf 3,8 Milliarden €. Damit lag das Unternehmen unter den Markterwartungen, die von wenigstens 3,9 Milliarden € ausgegangen waren. Die Gründe für diesen Gewinnrückgang waren hinlänglich bekannt. Dies gilt insbesondere für den weiteren Strompreis-Verfall sowie die anhaltenden Belastungen der Kraftwerks-Sparte.

RWE leidet weiter unter Ertragsschwächen

Hinzu kommt, dass auch das Handelsgeschäft weiter schlecht läuft. Zwar schaffte es dieses Segment nach den Verlusten im Vorquartal wieder in die Gewinnzone. Doch in der Summe der ersten neun Monate belastete diese Sparte den Ertrag weiterhin mit einem Verlust von 100 Millionen €. Im Vorjahreszeitraum hatte es hier noch einen Gewinn von 126 Millionen € gegeben. Insgesamt verdiente das Unternehmen 227 Millionen €, was einem Rückgang um 58 % zum Vorjahreszeitraum entsprach

Besonderes Augenmerk der Analysten und Investoren lag natürlich auf der Kraftwerkssparte. Diese konnte sich immerhin in den ersten neun Monaten leicht verbessern. Das Betriebsergebnis stieg um 7 % auf 435 Millionen €, doch konnte RWE hier positiven Einmaleffekten (unter anderem der Verkauf von Grundstücken) gegensteuern. Das ist letztlich auch der Grund, warum RWE für das Gesamtjahr nun optimistischer ist.

Bei den Prognosen etwas zuversichtlicher, aber das genügt nicht

Zwar bestätigte man letztlich nur die bekannten Prognosen, doch glaubt man nun, am Ende er in oberen Rand der Prognosespannen erreichen zu können. So rechnet RWE für 2016 mit einem EBITDA zwischen 5,2 und 5,5 Milliarden €. Das Betriebsergebnis soll zwischen 2,8-3,1 Milliarden € liegen und das bereinigte Nettoergebnis eher soll zwischen 500-700 Millionen € betragen.

Diese Zuversicht war auch ausschlaggebend dafür, dass die Aktie zum Handelsbeginn heute zum Teil deutlich zulegen konnte. Doch dieser Schwung verpuffte sehr schnell und die Aktie ging wieder auf Tauchstation. Was auch nachvollziehbar erscheint. Denn unter dem Strich bleibt die Tatsache, dass RWE weiterhin als eher ertragsschwach bezeichnet werden muss. Gründe, die eine nachhaltige Trendwende in der Aktie rechtfertigen würden, gibt es auch nach den jüngsten Zahlen nicht.

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