RWE: RBC hebt Kursziel auf 66 Euro

RBC-Analyst Wheeler sieht RWE dank US-Gasgeschäft und angehobener Prognosen weiter im Aufwind. Das Kursziel steigt auf 66 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel auf 66 Euro angehoben
  • RBC bestätigt Outperform-Rating für RWE
  • US-Gasprojekte treiben optimistische Bewertung
  • RWE-Aktie legte 2026 bereits 30% zu

Nach der Vorlage der jüngsten Halbjahreszahlen und angesichts aussichtsreicher Gasprojekte in den USA sieht die kanadische Bank RBC weiteres Potenzial für die Aktie von RWE.

Analyst Alexander Wheeler hob das Kursziel für den Essener Energiekonzern gestern von 65 auf 66 Euro an und bestätigte die Einstufung auf „Outperform“. Das Papier verzeichnete im bisherigen Jahresverlauf bereits einen deutlichen Wertzuwachs und legte seit Jahresbeginn um 30 % zu.

Der Experte begründete seine optimistische Einschätzung mit angepassten Schätzungen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027. Wheeler reagierte damit auf die verbesserte Prognose des Versorgers und die strategische Ausrichtung auf dem US-Markt. Am Freitag schloss der Titel bei 58,94 Euro. Damit verbleibt ein gewisser Spielraum bis zum aktuellen 52-Wochen-Hoch, das am 30. April bei 62,00 Euro markiert wurde.

Strategische Debatte um den Kohleausstieg

Parallel zur Analystenbewertung rückte die deutsche Energiepolitik erneut in den Fokus. Die Bundesregierung hat einen Zwischenbericht zur Braunkohle-Ausphasung verschoben. In diesem Kontext wird die Option diskutiert, Braunkohlekraftwerke von RWE mit einer Kapazität von 3,6 Gigawatt bis zum Jahr 2033 in einer Sicherheitsbereitschaft zu halten, statt sie endgültig stillzulegen.

RWE-Vorstandschef Markus Krebber reagierte zurückhaltend auf diese Berichte. Er betonte, dass es bisher keinen direkten Kontakt zur Regierung in dieser Angelegenheit gegeben habe. Das Unternehmen hält nach aktuellem Stand unverändert an seinem Ziel fest, den Kohleausstieg bereits bis zum Jahr 2030 zu vollziehen. Die Diskussion verdeutlicht jedoch die anhaltende Relevanz der fossilen Reservekapazitäten für die nationale Versorgungssicherheit.

Fortschritte bei Wasserstoff und Netzinfrastruktur

Operative Fortschritte verzeichnet der Konzern beim Ausbau seiner Wasserstoff-Infrastruktur im niedersächsischen Lingen. Für das Großprojekt „GetH2 Nukleus“ lieferte das Unternehmen Sunfire gestern 20 Elektrolyse-Stacks aus. Diese Komponenten stellen etwa ein Drittel der geplanten Gesamtkapazität von 300 Megawatt dar.

Ein Teilbereich der Anlage mit 100 Megawatt ist bereits am Netz. Das Gesamtvorhaben wird mit rund 619 Millionen Euro staatlich gefördert und soll bis Ende 2026 eine Leistung von 200 Megawatt erreichen, bevor im Folgejahr der volle Ausbau abgeschlossen sein wird.

Ungeachtet dieser Fortschritte sieht sich RWE Kritik von Wettbewerbern aus dem Bereich der ökologischen Energiegewinnung ausgesetzt. Unternehmen wie Green Planet Energy, Naturstrom und die Bürgerwerke kritisierten gestern die Aufstockung der Anteile von RWE am Übertragungsnetzbetreiber Amprion.

Die Kritiker befürchten durch diese Beteiligung eine zunehmende Marktkonzentration und fordern einen diskriminierungsfreien Zugang zur Netzinfrastruktur, um den Wettbewerb im Energiemarkt zu wahren.

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