RWE: So will der Versorger aus der Krise kommen

Es ist ein Abwehrkampf an allen Fronten. Genau wie die Konkurrenten E.on, EnBW und Vatenfall hat RWE noch kein Rezept gefunden, um nach dem politisch verordneten Ausstieg aus der Atomenergie wieder einen Wachstumskurs einzuschlagen. Hinzu kommen die schwierigen Felder Braunkohle und Erneuerbare Energien. Doch nun hat sich der Aufsichtsrat auf einen Plan zum Konzernumbau geeinigt.

 

RWEDer Name ist Programm: Denn unter dem Namen „Parent“ (Eltern) hat der RWE-Aufsichtsrat nun ein Umbauprogramm beschlossen, das vor allem die Konzernzentrale stärken soll. Der Grundgedanke dabei ist, dass man damit die operative Führung effizienter gestalten und auch gleichzeitig Bürokratie abbauen kann.

 

Zentrale bekommt mehr Macht

Dabei wird aus der bisherigen Holding eine operative Gesellschaft, in der die meisten deutschen Teilgesellschaften neu gebündelt werden. Vor allem das Betriebs- und Netzgeschäft sind davon betroffen. Doch ist man längst nicht so radikal wie der Konkurrenz E.on, der bekanntlich sogar die Abspaltung des konventionellen Geschäftes beschlossen hatte.

Das wird es bei RWE (vorläufig) nicht geben. Doch gänzlich auszuschließen ist das nicht, da man die Kraftwerkssparte genauso wie das Geschäft mit Erneuerbaren Energie (Innogy) eigenständig hält.

 

RWE will flexibler werden

Unter dem Strich fallen insbesondere bei den bisherigen 100%-igen Tochtergesellschaften Vorstände und Aufsichtsräte weg. In der Zentrale werden dafür neu 4 operative Vorstände für die Sparten Netze, Vertrieb, Erneuerbare Energien und konventionelle Energieerzeugung verantwortlich sein. RWE erhofft sich davon eine bessere Flexibilität, was angesichts der nach wie vor kritischen Ertragslage mehr als notwendig ist.

Am Markt haben die neuen Pläne durchaus Wohlwollen gefunden.

RWE-10-08-15

So schoss die Aktie von RWE intraday kurzzeitig bis auf 19,37 Euro hoch. Allerdings konnte sie das erwartungsgemäß nicht halten, da ja schon am Donnerstag die Vorlage der Halbjahresbilanz ansteht. Und die dürfte erneut düster aussehen.

Im Fazit: RWE bleibt im Abwärtstrend und ist noch nicht wieder kaufenswert.

%d Bloggern gefällt das: