Ryanair Aktie: Spritrechnung wird teurer
Der Nettogewinn ging im ersten Halbjahr um 15 Prozent zurück; für das Geschäftsjahr ab April 2027 erwartet Ryanair rund zwei Milliarden Euro Mehrkosten beim Treibstoff.

- Halbjahresgewinn sank um 15 Prozent
- Umsatz stieg auf rund 10,1 Milliarden Euro
- Verkehrsziel für 2027 auf 214 Millionen gesenkt
- Verwaltungsrat beschloss Zwischendividende von 0,273 Euro
Ryanair erwartet für das Geschäftsjahr ab April 2027 eine um rund 2 Milliarden Euro höhere Kraftstoffrechnung. Der Zeitpunkt fällt mit Halbjahreszahlen zusammen, die einen Gewinnrückgang zeigen. Für das laufende Jahr verzichtet der Konzern auf eine Gewinnprognose.
Treibstoff und Preise drücken den Gewinn
Im ersten Halbjahr bis Ende September sank der Gewinn nach Steuern um 15 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 2,54 Milliarden. Der Grund: Der ungesicherte Teil des Kerosins verteuerte sich auf etwa 130 Dollar je Barrel, die Durchschnittsfarmen fielen um 4 Prozent. Die Airline verweist auf Kaufzurückhaltung und spätere Buchungen infolge des Nahost-Konflikts sowie auf das fehlende volle Osterfenster im April.
Der Umsatz legte dennoch um 3 Prozent auf rund 10,1 Milliarden Euro zu, die Passagierzahl stieg um 6 Prozent auf 125,8 Millionen. Die Betriebskosten kletterten um 10 Prozent auf 7,69 Milliarden Euro, auch weil Ausgleichszahlungen von Flugzeuglieferanten ausliefen.
Im zweiten Quartal fiel der Gewinn um 6 Prozent auf 1,61 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um 4 Prozent.
Absicherung schützt nur dieses Jahr
Für das Geschäftsjahr bis März 2027 sind 80 Prozent des Treibstoffs zu 67 Dollar je Barrel gesichert. Das verschafft Ryanair einen Kostenvorsprung gegenüber europäischen Konkurrenten. Für das Folgejahr sieht es anders aus: Nur 25 Prozent sind zu etwa 95 Dollar abgedeckt.
Konzernchef Michael O’Leary rechnet damit, dass Europas Kurzstreckentarife deutlich steigen. Einen vollen Ausgleich der höheren Kosten hält er jedoch für unwahrscheinlich. Ryanair prüft deshalb alle Ausgaben: Flughafengebühren, Personalverträge mit möglichen befristeten Gehaltsstopps ab April, schlankere Crew-Besetzung und mehr künstliche Intelligenz.
Das Verkehrsziel für 2027 senkte der Konzern von 216 auf 214 Millionen Passagiere, um weniger ungesicherten Sprit zu verbrauchen. Der Winterverkehr bleibt damit ungefähr auf Vorjahresniveau. Die Buchungen für das dritte Quartal laufen laut Management stark, die Preise liegen leicht über Vorjahr. Für das vierte Quartal gibt es praktisch keine Sicht.
Dividende und Rückkauf
Der Verwaltungsrat hat eine Zwischendividende von 0,273 Euro je Aktie beschlossen, zahlbar Ende Februar 2027. Ab Februar läuft zudem ein neues Rückkaufprogramm über 800 Millionen Euro, das rund zehn Monate dauern soll. Das vorherige Programm über 750 Millionen Euro endete im September. Die Bruttoliquidität lag zum Halbjahr bei 2,6 Milliarden Euro, obwohl 1,3 Milliarden Euro Schulden getilgt wurden.
Zum Wachstum setzt Ryanair auf die Boeing 737 MAX 10. Die FAA hat das Modell zertifiziert, von der EASA erwartet das Unternehmen die Freigabe bis Ende Dezember. Die ersten 16 Maschinen sollen zwischen Januar und April 2027 eintreffen.
Bis zum Geschäftsjahr 2034 will Ryanair 300 Millionen Passagiere jährlich befördern. O’Leary bekräftigte zudem das Ziel, den Gewinn je Passagier auf 14 bis 15 Euro zu steigern.
Die Aktie reagierte in den ersten Minuten kaum. Die Entscheidung über Gehaltsstopps und Flughafengebühren dürfte ab April 2027 spürbar werden, wenn die günstigen Absicherungen auslaufen.
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