Saab Aktie: 18,24 Milliarden Kronen Auftragseingang
Saab könnte Partner bei Europas nächster Kampfjet-Generation werden. Bisherige Geschäftszahlen zeigen solides Wachstum unabhängig von Spekulationen.

- Mögliche Beteiligung an GCAP oder Alternativprogramm
- Keine bestätigten Verträge oder Absichtserklärungen
- Operatives Geschäft mit starkem organischem Wachstum
- Nächster Quartalsbericht am 17. Juli erwartet
Europa sucht einen neuen Weg beim Kampfjet der sechsten Generation. Saab steht dabei plötzlich als möglicher Partner im Raum — ohne bestätigten Auftrag, aber mit wachsender strategischer Relevanz.
GCAP öffnet sich, FCAS stockt
Am 22. Juni berichtete El País, dass Italien einer deutschen Beteiligung am Global Combat Air Programme positiv gegenübersteht. GCAP ist das Kampfflugzeug-Programm, das Italien, Japan und das Vereinigte Königreich gemeinsam entwickeln. Ziel ist ein flugfähiges Muster bis 2035.
Leonardo-Chef begrüßte laut Defence News eine deutsche Beteiligung. Er warnte allerdings, ein neuer Partner könnte den Zeitplan belasten. Airbus prüft offenbar eine Zusammenarbeit mit Saab im Rahmen einer möglichen europäischen Alternative.
Der Hintergrund: Das europäische FCAS-Programm stockt. El País berichtete am 20. Juni, Europa riskiere eine Verzögerung bei seinen Kampfjet-Ambitionen. Als mögliche Ausweichroute gilt ein deutsch-spanisches Projekt — potenziell mit Saab als Partner.
Deutschland hat damit mehrere Optionen auf dem Tisch: GCAP beitreten, ein eigenes Programm unter Airbus-Führung starten oder andere Beschaffungswege gehen. Welchen Weg Berlin wählt, ist offen.
Was das für Saab-Aktionäre bedeutet
Für Saab ist die Lage klar einzuordnen: Kein Vertrag, keine Absichtserklärung, keine bestätigte Rolle. Die Berichte beschreiben Diskussionen und mögliche Konstellationen.
Der Marktwert liegt in der Optionalität. Eine Beteiligung an Europas nächster Kampfjet-Generation würde Saabs Investmentprofil deutlich verändern. Bisher dominieren Radar-, Waffen- und Überwachungsaufträge das Geschäft. Ein Langzeitprogramm im Bereich Kampfflugzeuge wäre eine andere Dimension.
Fundamentaldaten bleiben der Anker
Saabs letzter Quartalsbericht stammt vom 23. April. Im ersten Quartal 2026 lagen die Auftragseingänge bei 18,24 Milliarden Schwedischen Kronen. Der Umsatz stieg auf 19,16 Milliarden Kronen — ein organisches Wachstum von 23,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das EBITDA kletterte auf 2,73 Milliarden Kronen. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 14,3 Prozent, nach 13,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Solide Zahlen — unabhängig von jeder Kampfjet-Spekulation.
Am 17. Juli veröffentlicht Saab den Zwischenbericht für das zweite Quartal. CEO Micael Johansson und CFO Anna Wijkander kommentieren die Ergebnisse um 10:00 Uhr in einem Webcast. Bis dahin trennen Investoren besser zwei Ebenen: die bestätigte operative Stärke auf der einen Seite — und die strategische Fantasie rund um Europas Kampfjet-Neuordnung auf der anderen.
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