Saab Aktie: 39 Prozent unter Januar-Hoch

Saab liefert letzte Gripen-Jets an Ungarn, doch die Aktie verliert weiter an Wert. Analysten sehen Potenzial, senken aber die Erwartungen.

Die Kernpunkte:
  • Letzte Gripen-Jets an Ungarn übergeben
  • Aktie fällt um knapp fünf Prozent
  • Pareto stuft auf Kaufen hoch
  • Quartalszahlen am 17. Juli entscheidend

Ungarn hat seine letzten zwei Gripen-Kampfjets erhalten. Saab hat damit einen Meilenstein abgehakt — doch der Aktienmarkt zeigte sich davon unbeeindruckt.

Am 23. Juni 2026 landeten zwei Gripen C-Maschinen auf dem Luftwaffenstützpunkt Kecskemét. Damit schließt Saab eine Lieferverpflichtung ab, die auf einer Vertragsergänzung zwischen der schwedischen Rüstungsbehörde und Ungarns Verteidigungsministerium vom Januar 2024 basiert. Ungarn betreibt nun 18 Gripen-Kampfjets — 16 vom Typ C und zwei vom Typ D — für nationale und NATO-Aufgaben.

Ausführung ja, Begeisterung nein

Die Lieferung belegt, dass Saab komplexe Rüstungsprogramme zuverlässig abwickelt. Für Investoren ist das relevant. Es ist aber kein neuer Auftrag, kein frisches Auftragsvolumen — und genau das scheint der Markt derzeit stärker zu gewichten.

Die Aktie schloss die Woche mit einem Minus von knapp fünf Prozent. Auf Monatssicht verlor der Kurs mehr als 13 Prozent. Mit 24,97 USD notiert das Papier rund 39 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,77 USD, das im Januar 2026 erreicht wurde.

Das technische Bild bleibt angespannt. Der RSI liegt bei 33,5 — nah an der Überverkauft-Zone, aber noch kein klares Umkehrsignal. Der Kurs notiert fast 13 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und rund 19 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt.

Pareto hebt Rating an — senkt aber das Kursziel

Pareto Securities stufte Saab in der abgelaufenen Woche von „Hold“ auf „Buy“ hoch. Das Kursziel senkten die Analysten allerdings von 650 auf 620 schwedische Kronen.

Diese Kombination ist typisch für eine Neubewertung nach starkem Kursrückgang. Das Upgrade signalisiert: Der Abverkauf ist aus Sicht von Pareto zu weit gegangen. Die niedrigere Zielmarke zeigt aber, dass die Erwartungen an Auftragseingang und Margen zurückgeschraubt wurden. Die Bewertungsdebatte ist damit nicht beendet — sie ist nur neu kalibriert.

Was am 17. Juli zählt

Der nächste harte Datenpunkt ist der Quartalsbericht für Q2 2026. Saab veröffentlicht ihn am 17. Juli 2026 um 7:30 Uhr MEZ, ein Webcast folgt um 10:00 Uhr.

Die Gripen-Lieferung stützt das Vertrauen in die Programmausführung. Reichen wird das allein nicht. Investoren wollen sehen, ob steigende Verteidigungsbudgets und Gripen-Aktivitäten tatsächlich in Umsatzwachstum, Margen und Cashflow münden. Das 52-Wochen-Tief bei 23,29 USD liegt gerade noch 7 Prozent entfernt — der Bericht muss liefern.

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