Saab Aktie: 82 Milliarden Kronen Auftragsbestand
Airbus sucht nach dem FCAS-Aus einen neuen Partner für Kampfjets und hat Saab als Kandidaten mit großer Expertise im Visier.

- Airbus sondiert Partnerschaft mit Saab
- Saab setzt auf Drohnen als Zwischenlösung
- Ukraine-Deal treibt Auftragsbücher an
- Saab-Aktie mit 21 Prozent Jahresplus
Das größte europäische Rüstungsprojekt ist Geschichte. Deutschland und Frankreich haben den gemeinsamen Kampfjet FCAS beerdigt. Die Folge: Airbus sucht dringend einen neuen Partner für die Luftverteidigung der Zukunft. Ganz oben auf der Liste steht ein schwedischer Konzern.
Airbus und Saab führen bereits seit Monaten Sondierungsgespräche. Bislang liefen diese heimlich ab. Das Management wollte das drohende Ende des FCAS-Projekts nicht vorwegnehmen. Auf der Berliner Luftfahrtmesse machte Airbus-Rüstungschef Michael Schoellhorn die Pläne nun offiziell. Er bezeichnete Saab als Kandidaten mit enormer Expertise. Airbus prüfe jetzt aktiv neue Optionen für das künftige Kampfjet-Design.
Airbus hält sich noch Alternativen offen. Ein britisches Projekt mit Italien und Japan steht ebenfalls im Raum. Hier drängt jedoch ein straffer Zeitplan bis zum Jahr 2035. Deutschland bliebe dort wohl nur eine Nebenrolle.
Drohnen vor Kampfjets
Die Schweden reagieren offen auf die Avancen. Saab-Chef Mikael Johansson plant die Entwicklung in Etappen. Ein komplett neuer bemannter Kampfjet erfordert rund zehn Jahre Entwicklungszeit. Er wäre erst Ende des nächsten Jahrzehnts einsatzbereit.
Deshalb setzt Johansson kurzfristig auf unbemannte Systeme. Begleitdrohnen für bestehende Jets wie den Eurofighter oder Gripen könnten schon in wenigen Jahren abheben.
Volle Auftragsbücher
Parallel zu den Airbus-Gesprächen brummt das operative Geschäft. Saab verhandelt aktuell über den Verkauf von mehr als 50 weiteren Gripen-Kampfjets. Die Ukraine steht kurz vor dem Kauf einer ersten Tranche von 20 Maschinen. Europäische Kredite finanzieren den Deal.
Obendrein will Schweden Kiew weitere ältere Modelle spenden. Die Luftfahrtsparte von Saab sitzt insgesamt auf einem Auftragsbestand von gut 82 Milliarden schwedischen Kronen. Das entspricht fast einem Drittel des gesamten Konzern-Backlogs.
Konsolidierung am Markt
An der Börse notiert die Saab-Aktie aktuell bei 28,52 US-Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein solides Plus von knapp 21 Prozent auf der Anzeigetafel.
Kurzfristig zeigt der Trend ebenfalls nach oben. In den vergangenen vier Wochen legte das Papier um gut acht Prozent zu. Dennoch handelt der Wert noch rund 30 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Januar. Europäische Rüstungswerte durchlaufen aktuell eine Konsolidierungsphase. Investoren wählen ihre Favoriten strenger aus.
Für Saab öffnet sich ein strategisches Zeitfenster. Der Zusammenbruch des FCAS-Programms zwingt Airbus zum Handeln. Eine nordische Allianz könnte die europäische Luftverteidigung für Jahrzehnte prägen. Die Industrie steht bereit. Der nächste Schritt liegt nun bei den Regierungen in Berlin und Stockholm. Sie müssen den politischen Rahmen für eine gemeinsame Entwicklung abstecken.
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