Saab Aktie: GlobalEye bei Nato-Gipfel gewählt
Saab erhält Nato-Zuschlag für GlobalEye-Frühwarnsystem. Analysten von Morgan Stanley heben die Aktie zweifach hoch.

- Nato wählt GlobalEye von Saab
- Milliardenschwerer Auftrag für Frühwarnflugzeuge
- Morgan Stanley stuft Aktie hoch
- Kurs legt auf Wochensicht deutlich zu
Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat sich gegen die US-Konkurrenz durchgesetzt. Auf dem Nato-Gipfel in Ankara im Juli 2026 verkündete Generalsekretär Mark Rutte: Ein Bündnis aus elf Staaten wählt Saabs GlobalEye als Nachfolger der alternden Boeing E-3A AWACS-Flotte. Eine seltene Doppelhochstufung durch Morgan Stanley befeuerte die Rally zusätzlich.
Der Aktienkurs notiert aktuell bei 30,95 US-Dollar. Das sind 1,38 Prozent mehr als am Vortag. Auf Wochensicht summiert sich das Plus auf 18,72 Prozent.
Milliardendeal mit der Nato
Das Abkommen umfasst bis zu zehn GlobalEye-Flugzeuge. Die Plattform basiert auf dem Geschäftsreisejet Bombardier Global 6500 und ist mit Saabs Erieye-ER-Radar ausgestattet. Sie setzte sich unter anderem gegen die Boeing E-7 durch.
Die Kosten pro Maschine liegen schätzungsweise zwischen 400 und 450 Millionen US-Dollar. Die Verhandlungen mit der Nato-Beschaffungsagentur NSPA haben gerade erst begonnen. Ein finaler Vertrag steht noch aus.
Beteiligt sind elf Länder: Deutschland, Schweden, Kanada, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Luxemburg, Rumänien, Lettland und Litauen. Die GlobalEye soll moderne Bedrohungen erkennen — Tarnkappenflugzeuge, Drohnen und Hyperschallraketen. Läuft der Vertrag bald, könnten die ersten Auslieferungen um 2030 beginnen. Die Produktion liegt bei vier bis sechs Maschinen pro Jahr.
Morgan Stanley dreht auf
Der operative Erfolg bekam Rückenwind von der Analystenseite. Morgan Stanley stufte Saab gleich zweifach hoch — von „Untergewichten“ auf „Übergewichten“. Das Kursziel stieg von 540 auf 700 Schwedische Kronen.
Die Begründung: Saabs Auftragsbestand explodiert. Bis Ende des zweiten Quartals 2026 könnte er die Schwelle von 300 Milliarden Schwedischen Kronen überschreiten. Die Analysten rechnen für 2030 mit einem Gewinn je Aktie, der rund 30 Prozent über der aktuellen Markterwartung liegt.
Weitere Treiber: ein 47-Milliarden-Kronen-Auftrag für polnische U-Boote und ein 25-Milliarden-Auftrag für Gripen-Kampfjets für die Ukraine.
Historischer Wendepunkt
Erstmals hat die Nato ein nicht-amerikanisches System für ihre luftgestützte Frühwarnung und Aufklärung gewählt. Der Schritt folgt auf Spannungen um frühere Pläne, Boeing E-7 zu kaufen. Für Saab bedeutet der Auftrag Hunderte neue Jobs in Linköping, Jönköping und Göteborg.
Der RSI von 67,5 zeigt: Die Aktie nähert sich nach der Rally überkauftem Terrain. Gleichzeitig liegt der Kurs noch 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 40,77 US-Dollar aus Ende Januar 2026.
Die Anleger warten nun auf die Quartalszahlen im Juli 2026. Sie zeigen den offiziellen Auftragsbestand — und wie weit die NSPA-Verhandlungen fortgeschritten sind.
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