Saab Aktie: Übernimmt Remote Tower in Västerås

Ein 15-jähriger Digitalvertrag für Västerås und zusätzliche Marine-Radare erweitern Saabs Geschäft im schwedischen Heimatmarkt.

Die Kernpunkte:
  • Digitale Flugverkehrskontrolle für Västerås vereinbart
  • Vertragslaufzeit beginnt im Januar 2028
  • Schwedische Streitkräfte bestellen weitere Sea-Giraffe-Radare
  • Citi sieht Schweden für höhere Verteidigungsausgaben gerüstet

Der schwedische Rüstungs- und Technologiekonzern Saab erweitert seine operative Basis im Heimatmarkt an mehreren Fronten gleichzeitig. Neben einem neuen Auftrag der schwedischen Streitkräfte über Sea-Giraffe-1X-Radare sicherte sich das Unternehmen einen langfristigen Dienstleistungs- und Technologievertrag über 15 Jahre für den zivilen Flughafen Stockholm-Västerås. An den Märkten notiert die Aktie heute mit einem Abschlag von 3,2 Prozent bei 53,93 Euro, behauptet aber ein Plus von 10 Prozent seit Jahresanfang.

Langfristiger Großauftrag für Remote Tower

Die Vereinbarung mit der Flughafengesellschaft Nya Västerås Flygplats AB tritt am 1. Januar 2028 in Kraft. Saab übernimmt dabei die vollständige digitale Infrastruktur für die Flugverkehrskontrolle über eine Vertragslaufzeit von 15 Jahren. Das Projekt umfasst die Installation eines Kameraturms, digitaler Arbeitsplätze für Fluglotsen sowie wetterbezogener Messsysteme.

Gesteuert wird der Flugverkehr in Västerås künftig aus dem Remote Tower Center in Sundsvall. Stockholm-Västerås wird damit der fünfte schwedische Standort, der seine Überwachung über diese Zentrale abwickelt.

Bislang sind bereits die Flugplätze Sundsvall-Timrå, Sälen, Örnsköldsvik und Linköping an das System angebunden. Saab setzt dabei auf ein dienstleistungsbasiertes Modell, bei dem sowohl Hard- und Software als auch der laufende Betrieb der Kontrolldienste im Paket bereitgestellt werden.

Neue Radarsysteme für die schwedische Marine

Parallel zum Ausbau der zivilen Digitalisierungssparte verzeichnet der Konzern weitere Nachfrage aus dem militärischen Bereich. Schweden hat bei Saab zusätzliche Radarsysteme des Typs Sea Giraffe 1X in Auftrag gegeben. Die kompakten Sensoren sind für den Einsatz auf Marineeinheiten konzipiert und ergänzen die bestehende Überwachungsausstattung der Seestreitkräfte.

Dieser Zuwachs stärkt die Orderbücher des Konzerns, der bereits in den Vormonaten wesentliche Projekte anstoßen konnte. So beauftragte die schwedische Verteidigungsmaterialverwaltung das Unternehmen unter anderem mit den Verhandlungen über ein mögliches Beschaffungspaket von bis zu 150 Kampfflugzeugen des Typs Gripen E/F für die Ukraine.

Solide Rahmenbedingungen im Heimatmarkt

Zusätzliche Unterstützung erhält Saab durch die finanzpolitische Aufstellung seines Heimatlandes. Nach Einschätzung von Analysten der US-Bank Citi ist Schweden politisch wie fiskalisch im europäischen Vergleich besonders gut dafür gerüstet, die von der NATO anvisierte Verteidigungsausgabenquote von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erreichen.

Geringe Haushaltsdefizite und eine vergleichsweise niedrige Staatsverschuldung eröffnen der schwedischen Regierung Spielraum, die Rüstungsbudgets primär über Schulden statt durch Ausgabenkürzungen zu steigern. Dies verringert das Risiko von Budgetkürzungen für heimische Ausrüstungsprogramme und sichert den schwedischen Programmen langfristige Planungssicherheit.

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