Safran Aktie: Skepsis trotz Rekordzahlen

Trotz angehobener Prognosen und Rekordmarge zeigt sich ein Analyst zurückhaltend. Der Markt hat die guten Nachrichten bereits eingepreist.

Die Kernpunkte:
  • Safran erhöht Jahresziele deutlich
  • Rekordmarge von 18,4 Prozent erreicht
  • Analyst bestätigt Hold-Rating bei 330 Euro
  • Aktie legt um drei Prozent zu

Ein Triebwerksbauer hebt mitten im Jahr gleich drei zentrale Prognosen an — und trotzdem winkt ein Analyst nur mit dem Kursziel ab, statt Begeisterung zu zeigen. Bei Safran zeigt sich damit ein Muster, das gerade viele Anleger überrascht: Die Zahlen sind stark, doch am Markt ist längst viel davon eingepreist.

Der französische Luftfahrt-Zulieferer schraubt seine Jahresziele nach oben. Der bereinigte operative Gewinn soll nun zwischen 6,4 und 6,5 Milliarden Euro liegen, 300 Millionen Euro mehr als bisher in Aussicht gestellt. Beim freien Barmittelzufluss rechnet das Management mit 4,7 bis 4,9 Milliarden Euro — ebenfalls ein Plus von rund 300 Millionen Euro gegenüber der letzten Prognose. Beim Umsatzwachstum peilt Safran-Chef Olivier Andriès nun einen mittleren statt zuvor niedrigeren bis mittleren Zehner-Prozentsatz an.

Ersatzteile und Leap-Triebwerke als Treiber

Der Rückenwind kommt aus zwei Richtungen: mehr ausgelieferte Triebwerke für die Mittelstreckenjets von Boeing und Airbus sowie ein florierendes Geschäft mit Ersatzteilen und Wartungsdienstleistungen. Im ersten Halbjahr hat Safran 1.030 Leap-Triebwerke ausgeliefert — jene Antriebe, die sowohl die Boeing 737 Max als auch etwa jeden zweiten Jet der Airbus-A320neo-Familie befeuern. Gefertigt werden die Triebwerke gemeinsam mit dem US-Partner GE Aerospace.

Die Halbjahreszahlen selbst untermauern den optimistischen Ausblick. Der bereinigte Umsatz kletterte um 19 Prozent auf knapp 17,6 Milliarden Euro, der bereinigte operative Gewinn wuchs um 29 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die bereinigte Marge erreichte mit 18,4 Prozent einen Rekordwert, unter dem Strich stieg der Gewinn um gut ein Fünftel auf 1,9 Milliarden Euro.

An der Börse kam das gut an: Die Aktie legte am Vormittag rund drei Prozent auf 343,50 Euro zu und zählte damit zu den stärksten Werten im EuroStoxx 50. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie zeigte sich von den Zahlen beeindruckt und bestätigte, dass die erhöhten Jahresziele die Markterwartungen deutlich übertroffen hätten. Ihre Einstufung beließ sie dennoch bei „Hold“, das Kursziel bei 330 Euro — ein Signal, dass ein Großteil der guten Nachrichten aus ihrer Sicht bereits im Kurs steckt.

Für die zweite Jahreshälfte bleibt die Ausgangslage klar: Safran muss die angehobenen Ziele nun auch tatsächlich liefern. Bei einer Marge, die bereits Rekordniveau erreicht hat, dürfte der Markt jeden weiteren Fortschritt genau hinterfragen.

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