Salesforce Aktie: Anthropic als Bedrohung
Die Vorstellung neuer KI-Fähigkeiten von Anthropic führte zu einem Kursrutsch bei Salesforce und anderen Softwareunternehmen, obwohl fundamentale Daten stark sind. Die paradoxe Partnerschaft zwischen den Firmen steht im Fokus.

- Neue KI-Funktion von Anthropic erschüttert Software-Sektor
- Salesforce verliert trotz starker Quartalszahlen an Wert
- Paradoxe Lage als Partner und Investor von Anthropic
- Aktienrückkaufprogramm im Wert von 25 Milliarden Dollar
Anthropic hat eine neue Funktion für seinen KI-Assistenten Claude vorgestellt — und die Reaktion an den Märkten war unmittelbar. Der Enterprise-Software-Sektor geriet unter erheblichen Druck, Salesforce verlor rund 5,8 Prozent. Dabei gab es keine unternehmensspezifischen Negativnachrichten.
Warum ein KI-Update die gesamte Branche erschüttert
Der Auslöser: Claude kann nun eigenständig Computer bedienen — Apps öffnen, Browser steuern, Tabellen befüllen. Nutzer können Aufgaben per Mobilgerät delegieren und kehren zu bereits erledigter Arbeit zurück. Wiederkehrende Aufgaben lassen sich automatisieren.
Das klingt nach einem Produktfeature. Für Investoren ist es eine strukturelle Bedrohung. Die Kernfrage dahinter: Wenn KI-Agenten komplexe Workflows selbstständig abarbeiten können, wie viel von dem, was Salesforce, Workday oder Intuit heute verkaufen, wird dann noch gebraucht?
Genau diese Sorge treibt die Neubewertung des gesamten SaaS-Sektors. Der iShares Expanded Tech-Software ETF verlor vier Prozent, Palantir und Salesforce — die zweit- und drittgrößten Positionen im ETF — fielen jeweils rund fünf Prozent.
Die paradoxe Position von Salesforce
Salesforce befindet sich in einer eigentümlichen Lage: Das Unternehmen ist gleichzeitig Partner und Investor von Anthropic. Seit Oktober 2025 nutzt Salesforce Claude als primären KI-Modellanbieter. Über Salesforce Ventures hält das Unternehmen zudem rund ein Prozent an Anthropic — bei der aktuellen Bewertung von 380 Milliarden Dollar entspricht das einem Anteilswert von etwa 3,8 Milliarden Dollar.
Der Kursrückgang trifft Salesforce also in einem Moment, in dem das Unternehmen ausgerechnet auf Anthropic als strategischen KI-Partner setzt.
Starke Zahlen, schwaches Sentiment
Das Timing ist bemerkenswert, denn die fundamentalen Daten sprechen eine andere Sprache. Im zuletzt berichteten Quartal wuchsen die kombinierten KI- und Data-Cloud-Erlöse auf 2,9 Milliarden Dollar — ein Anstieg von mehr als 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein Agentforce, Salesforces eigene KI-Agenten-Plattform, erzielte 800 Millionen Dollar an wiederkehrenden Erlösen, ein Plus von 169 Prozent.
Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Salesforce Umsätze zwischen 45,8 und 46,2 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von zehn bis elf Prozent entspricht.
Gleichzeitig läuft das aggressivste Aktienrückkaufprogramm der Unternehmensgeschichte: 25 Milliarden Dollar im Rahmen eines beschleunigten Rückkaufprogramms — finanziert über Anleihen mit Laufzeiten bis zu 40 Jahren. Die Logik dahinter: Fremdkapital ist günstiger als Eigenkapital, was die gewichteten Kapitalkosten senkt.
Ob diese Wette aufgeht, hängt letztlich davon ab, ob Salesforce mit Agentforce selbst zum Gewinner der KI-Ära wird — oder ob Anthropics wachsende Fähigkeiten das eigene Kerngeschäft untergraben. Die Aktie notiert aktuell rund 22 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts und damit nahe dem Jahrestief.
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