Salesforce Aktie: Das Ende der Lizenzen

Salesforce reagiert auf die KI-Revolution mit einem neuen nutzungsbasierten Preismodell. Trotz solider Quartalszahlen und wachsender Auftragspipeline bleibt die Aktie unter Druck.

Die Kernpunkte:
  • Neues Preismodell für KI-Aufgaben löst Nutzerlizenzen ab
  • Solide Umsatz- und Auftragspipeline im letzten Quartal
  • Projekt Headless 360 öffnet Plattform für externe KI
  • Aktie notiert deutlich unter 200-Tage-Durchschnittslinie

Künstliche Intelligenz bedroht das klassische Software-Geschäft. Wenn Algorithmen die Arbeit erledigen, brauchen Unternehmen weniger menschliche Nutzerlizenzen. Die Salesforce-Aktie verlor deshalb seit Jahresbeginn über 28 Prozent. Das Papier notiert aktuell bei nur noch 155 Euro. Nun wehrt sich CEO Marc Benioff vehement gegen diese Untergangsszenarien.

KI-Agenten statt menschlicher Nutzer

Kritiker warnen bereits vor einer sogenannten SaaSpocalypse. Sie befürchten das Ende des traditionellen Abo-Modells. Benioff wies diese Prognosen am Montag als schlichtweg falsch zurück. Stattdessen rückt er den Begriff „Agenticware“ in den Fokus.

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Dabei verschmelzen menschliche Arbeit und autonome KI-Agenten. Das soll den Wert der Plattform laut dem Management sogar steigern. Erste Daten stützen diese These. Der Bildungskonzern Pearson löst mittlerweile 40 Prozent mehr Kundenanfragen ohne menschliches Eingreifen.

Auch die Kreditgenossenschaft PenFed verzeichnet Erfolge. Autonome Agenten übernehmen dort massenhaft interne Aufgaben wie Passwort-Resets. Die Folge: Die IT-Tickets sanken um 40 Prozent.

Neues Preismodell für die KI-Ära

Salesforce passt sein Geschäftsmodell an diese technische Entwicklung an. Der Konzern verabschiedet sich schrittweise vom alten Lizenzmodell pro Nutzer. Im gleichen Schritt führt das Unternehmen nutzungsbasierte Preise ein. Kunden zahlen künftig für konkrete KI-Aufgaben, sogenannte „Agentic Work Units“.

Die Infrastruktur dafür steht bereits. Im April 2026 verarbeitete Salesforce fast 20 Billionen Token. Daraus entstanden mehr als 2,4 Milliarden dieser neuen Arbeitseinheiten. Das Unternehmen entkoppelt seine Umsätze damit gezielt von der reinen Mitarbeiterzahl seiner Kunden.

Technisch flankiert Salesforce diesen Wandel mit dem Projekt „Headless 360“. Die Plattform öffnet sich komplett über Schnittstellen. Externe KI-Agenten greifen so direkt auf Daten und Workflows zu. Eine grafische Benutzeroberfläche ist dafür nicht mehr zwingend nötig.

Solide Zahlen stützen den Umbau

Finanziell steht der Software-Riese auf einem soliden Fundament. Der Umsatz stieg im vierten Quartal 2026 um 12 Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar.

Indes wuchsen die vertraglich zugesicherten künftigen Einnahmen deutlich stärker. Sie kletterten um 16 Prozent auf über 35 Milliarden Dollar. Diese gut gefüllte Pipeline signalisiert weiterhin eine stabile Nachfrage.

Analysten bewerten den Strategiewechsel unterschiedlich. Die Investmentbank BTIG rät weiterhin zum Kauf. Die Experten erwarten steigende IT-Ausgaben der Kunden durch die neue Technik. An der Börse bleibt die Skepsis jedoch spürbar. Die Aktie handelt aktuell fast 22 Prozent unter ihrer 200-Tage-Linie.

Der Erfolg des neuen Preismodells entscheidet über die künftige Bewertung. Salesforce muss nun beweisen, dass KI-Einnahmen die wegfallenden Nutzerlizenzen überkompensieren. Gelingt dieser Nachweis, könnte die Aktie ihren massiven Rückstand aufholen. Das 52-Wochen-Hoch von gut 261 Euro markiert dabei das langfristige Ziel.

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