Salesforce Aktie: Milliarden auf Pump
Der Softwarekonzern finanziert ein 50-Milliarden-Dollar-Rückkaufprogramm mit neuen Schulden, was zu Herabstufungen durch Ratingagenturen führt. Die Aktie notiert deutlich im Minus.

- 25 Milliarden Dollar neue Schulden für Aktienrückkäufe
- Ratingagenturen senken Bonitätsbewertung
- Aktienkurs verliert über 20 Prozent seit Jahresbeginn
- Konzern streicht Stellen und fokussiert auf KI
Der Softwarekonzern Salesforce greift zu einer historischen Maßnahme und nimmt 25 Milliarden US-Dollar an neuen Schulden auf. Das Ziel dieser gigantischen Anleiheemission ist kein strategischer Zukauf, sondern die Finanzierung eines massiven Aktienrückkaufprogramms im Wert von 50 Milliarden US-Dollar. Doch während das Management auf diese Weise den Kurs stützen will, reagieren Ratingagenturen und Investoren mit deutlicher Skepsis.
Verhaltener Applaus der Investoren
Die Platzierung der Papiere stieß am Mittwoch auf ein eher zurückhaltendes Interesse am Markt. Mit einem Orderbuch von 36 Milliarden US-Dollar war die Emission lediglich 1,4-fach überzeichnet. Zum Vergleich: Eine ähnliche Anleihe von Amazon zog in derselben Woche Gebote in Höhe von 126 Milliarden US-Dollar an. Die Zurückhaltung der Anleger hat handfeste Gründe, denn Salesforce gibt für das geplante Rückkaufprogramm seine bisher sehr konservative Finanzierungspolitik auf.
Die Entscheidung, eigene Aktien auf Pump zu kaufen, rief umgehend die Ratingagenturen auf den Plan. Moody’s stufte die Bonität von Salesforce auf „A2“ herab, während S&P den Ausblick auf negativ senkte. Zwar ist das Unternehmen mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 15 im Branchenvergleich deutlich günstiger bewertet als Konkurrenten wie Microsoft oder ServiceNow. Dennoch werten Marktbeobachter den Schritt als Signal, dass es dem Konzern aktuell an starken organischen Wachstumstreibern fehlen könnte.
Sicherheitslücken und Stellenabbau
Abseits der finanziellen Umstrukturierung sieht sich das Unternehmen mit operativen Herausforderungen konfrontiert. Berichte über Hackerangriffe der Gruppe ShinyHunters auf Experience-Cloud-Seiten sorgen für Unruhe. Salesforce stellte jedoch umgehend klar, dass keine grundlegende Schwachstelle der Plattform vorliege, sondern fehlerhafte Zugriffsrechte durch die Kunden selbst das Einfallstor waren.
Gleichzeitig streicht der Konzern rund 1.000 Stellen, um den Fokus intern stärker auf Automatisierung und die Integration von Künstlicher Intelligenz zu legen. Konkurrenten wie Oracle zeigen aktuell mit starken Zahlen im Cloud-Geschäft, dass Investoren direktes KI-Wachstum deutlich stärker honorieren als schuldenfinanzierte Finanzmanöver.
Diese Gemengelage spiegelt sich unmissverständlich im Chartbild wider. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 167,42 Euro verzeichnet der Titel seit Jahresbeginn ein Minus von gut 22 Prozent und notiert damit mittlerweile fast 20 Prozent unter seiner 200-Tage-Linie.
Die kurzfristige Kursentwicklung wird nun maßgeblich vom Start des beschleunigten Rückkaufprogramms abhängen, für das bereits am 16. März die erste Zahlung von 25 Milliarden US-Dollar fließt. Langfristig muss das Management jedoch operativ beweisen, dass die massive Umschichtung von Kapital in eigene Aktien den fehlenden KI-Rückenwind im Kerngeschäft kompensieren kann.
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