Salesforce Aktie: Rauswurf aus Wachstumsindizes

Salesforce wird aus Wachstumsindizes gestrichen, während der Aktienkurs stark fällt. Die KI-Strategie des Konzerns steht im Fokus.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert 37 Prozent in zwölf Monaten
  • Rauswurf aus wichtigen Wachstumsindizes
  • Massive Investitionen in KI-Offensive
  • Umsatz steigt, Kurs bleibt schwach

Salesforce ist aus wichtigen Wachstumsindizes geflogen. Der Schritt zeigt, wie tief das Misstrauen der Börse gegenüber dem Softwarekonzern sitzt. Eine paradoxe Situation: Während Salesforce aggressiv auf Künstliche Intelligenz setzt, zweifelt der Markt an der Zukunftsfähigkeit des klassischen SaaS-Geschäftsmodells.

Der Aktienkurs liegt aktuell bei 143,50 Euro. Das entspricht einem Minus von 37 Prozent binnen zwölf Monaten. Vom Rekordhoch bei 233,45 Euro aus dem Juli 2025 trennen den Titel knapp 39 Prozent.

Massive KI-Offensive läuft

Das Management gibt sich kämpferisch. Salesforce investiert massiv in KI. Erst im Juni brachte der Konzern den sogenannten Agentforce Help Agent an den Start. Das Produkt arbeitet nach einem nutzungsabhängigen Preismodell und soll besonders schnell einsatzbereit sein.

Parallel dazu schnappte sich Salesforce den KI-Spezialisten Fin für 3,6 Milliarden Dollar. Die Übernahme soll die hauseigene Agentforce-Plattform stärken. Hinzu kommt ein Milliardeninvestment in Italien: Salesforce legt dort eine Milliarde Euro auf den Tisch, um die KI-Transformation voranzutreiben.

Auch eine Partnerschaft mit Databricks soll helfen. Sie ermöglicht es den KI-Agenten, vertrauenswürdige Daten für handfeste Geschäftsentscheidungen zu nutzen.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Die Diskrepanz zwischen operativer und Kursentwicklung ist frappierend. Im ersten Fiskalquartal 2027 stiegen die Umsätze um 13 Prozent auf 11,13 Milliarden Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen.

Das half wenig. Die Annahme, dass KI die bisherige Software-as-a-Service-Ökonomie grundlegend infrage stellen könnte, lastet auf der Bewertung. Der RSI bei 49,7 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Situationen. Die annualisierte Volatilität von knapp 54 Prozent zeigt die hohe Unsicherheit.

Manche Analysten halten die aktuelle Bewertung bereits für zu pessimistisch. Der Markt könnte ein Worst-Case-Szenario einpreisen, das so nie eintritt. Entscheidend wird, ob die KI-Strategie um Agentforce messbare Umsatzbeiträge liefert. Der Rauswurf aus den Wachstumsindizes setzt Salesforce unter zusätzlichen Zugzwang. Die nächsten Quartalszahlen dürften zur Bewährungsprobe werden.

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