Salesforce vor Quartalszahlen: Großanleger setzen auf KI-Wende

Vor den Q2-Zahlen stocken Großanleger wie Norges Bank ihre Salesforce-Positionen kräftig auf. Analysten zeigen sich gespalten über die weitere Kursentwicklung.

Die Kernpunkte:
  • Norwegischer Staatsfonds investiert Milliarden
  • Analysten uneins über Kursentwicklung
  • Agentforce erreicht Milliarden-Meilenstein
  • Übernahme von Fin für 3,6 Milliarden

Salesforce steht vor einer entscheidenden Woche: Am übermorgigen Mittwoch nach US-Börsenschluss legt der Cloud-Spezialist seine Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor.

Marktbeobachter rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von 11,33 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 3,27 US-Dollar je Aktie. Der Bericht wird zeigen, inwiefern die jüngsten Investitionen in künstliche Intelligenz und die neue Plattform Agentforce bereits die operative Dynamik beeinflussen.

Massive Einstiege institutioneller Investoren

Kurz vor der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse haben namhafte Großinvestoren ihre Positionen bei Salesforce deutlich ausgebaut. Wie am Samstag bekannt wurde, hat der norwegische Staatsfonds Norges Bank eine neue Beteiligung im Wert von rund 3,18 Milliarden US-Dollar an dem Unternehmen offengelegt. Gestern meldete zudem die Investmentgesellschaft Foyston Gordon & Payne den Erwerb von 66.250 Aktien im Wert von über 10 Millionen US-Dollar. Diese großvolumigen Zukäufe unterstreichen das Vertrauen professioneller Akteure in die langfristige Ausrichtung des Konzerns, während das Papier im deutschen Handel am Freitag bei 179,06 Euro schloss.

Analysten zwischen Skepsis und Optimismus

Unter den Analystenhäusern herrscht derzeit Uneinigkeit über die kurzfristige Kursentwicklung. Die Experten von J.P. Morgan äußerten sich am Mittwoch sehr zuversichtlich und stuften den Wert auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 250 US-Dollar hoch. Sie sehen das Unternehmen gut positioniert, um von der nächsten Generation automatisierter Arbeitsabläufe zu profitieren. Demgegenüber steht die vorsichtige Haltung der Analysten von Bank of America, die am Donnerstag ihre Verkaufsempfehlung mit einem Ziel von 160 US-Dollar bestätigten. Sie warnen vor Risiken durch wettbewerbsbedingte Störungen im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Andere Analysehäuser wie die UBS Group, Citigroup und Wells Fargo hoben ihre Kursziele zuletzt leicht an und bewegen sich nun in einer Spanne zwischen 204 und 210 US-Dollar.

Die Experten von DA Davidson senkten hingegen ihr Ziel auf 175 US-Dollar, da sie noch keine ausreichenden Belege für eine Beschleunigung des Umsatzwachstums in der zweiten Jahreshälfte sehen. Trotz dieser gemischten Signale weist der Wert seit Jahresbeginn noch ein Minus von 21 % auf.

Strategischer Umbau und KI-Wachstum

Operativ bereitet sich Salesforce intensiv auf die kommenden Wachstumsphasen vor. CEO Marc Benioff hat am Mittwoch Miguel Milano zum neuen Chief Operating Officer ernannt, der zuvor als Chief Revenue Officer tätig war. Gleichzeitig verstärkt Krishna Kumar Parthasarathy, ein ehemaliger Manager von Microsoft, als Leiter der Entwicklungsabteilung das Team. Diese personellen Weichenstellungen erfolgen in einer Phase, in der die KI-Plattform Agentforce bereits einen Meilenstein erreicht hat: Medienberichten zufolge hat die Plattform die Marke von einer Milliarde US-Dollar bei den jährlich wiederkehrenden Umsätzen überschritten.

Um die Rentabilität weiter zu steigern, setzt das Unternehmen jedoch auch auf Kostendisziplin. Am 17. August wurden Pläne bekannt, wonach Salesforce durch offizielle Mitteilungen den Abbau von 133 Stellen an den Standorten San Francisco und Washington eingeleitet hat. Diese Maßnahmen sollen im Oktober wirksam werden.

Parallel dazu treibt der Konzern seine Expansion durch Zukäufe voran: Die bereits am 15. Juni vereinbarte Übernahme der KI-Kundenservice-Plattform Fin für rund 3,6 Milliarden US-Dollar soll planmäßig im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2027 abgeschlossen werden. Angesichts dieser Dynamik taxieren Anleger den Abstand zum 52-Wochen-Hoch derzeit auf minus 22 %.

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