Salzgitter: Rückkehr in die Gewinnzone treibt die Aktie an

Der Stahlkonzern Salzgitter kämpfte in der Vergangenheit genauso wie beispielsweise ThyssenKrupp mit sinkenden Preisen und Überkapazitäten in Europa. Die Konsequenz hieraus ist das Restrukturierungsprogramm „Salzgitter AG 2015“.

 

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Damit ist das Unternehmen auf dem richtigen Weg, was die Zahlen für das 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres deutlich untermauern. Danach konnte Salzgitter erstmalig seit 2011 wieder ein positives Ergebnis nach Steuern in Höhe von 41,3 Mio. Euro ausweisen. Noch im Vorjahreszeitraum wurde hier ein Verlust von 15,9 Mio. Euro verbucht.

Davon dürften die Marktteilnehmer jedoch nicht überrascht worden sein, denn bereits Ende Juli hatte Salzgitter einige Eckdaten vorgelegt. Heute wurde nun das Ergebnis vor Steuern in Höhe von 80,2 Mio. Euro bestätigt. Im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein Verlust von 4,2 Mio. Euro.

 

Umsatzrückgang, aber deutliche Effizienzsteigerung

Der Umsatz ging im Konzern leicht von 4,55 Mrd. Euro im Jahr zuvor auf 4,53 Mrd. Euro zurück. Deutlich wurde jedoch mit Blick auf die einzelnen Sparten die deutliche Steigerung der Effizienz.

In der Sparte Flachstahl verbesserte sich dabei das Ergebnis vor Steuern von -6,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 20,7 Mio. Euro. Die Sparte Grobblech und Profistahl stieg von -42,6 Mio. Euro zuvor auf -19,5 Mio. Euro und das trotz des hohen Fehlbetrages bei der Tochter HSP. Die Sparte Technologie legte ebenfalls von zuvor 11,5 Mio. Euro auf 14,6 Mio. Euro zu.

 

Das Ende des Weges ist noch nicht erreicht

Am Ende des Weges ist Salzgitter laut Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann damit jedoch noch nicht. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz werden folgen.

 

Droht Salzgitter erneut ein Verlust?

Aktuell verfügt Salzgitter über ein Nettoguthaben von 178 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei 35%. Bisher fielen im Konzern 33,1 Mio. Euro an Aufwendungen für Maßnahmen zur Strukturverbesserung an. Dazu kommt eine im 2. Halbjahr erwartete hohe Kostenbelastung für die Renovierung eines Hochofens, womit das Risiko verbunden ist, dass wieder ein Verlust anfallen könnte.

Für das Gesamtjahr erwartet Salzgitter einen Umsatz von rund 9 Mrd. Euro. Der Vorsteuergewinn soll unter vorgenannten Gesichtspunkten im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Im vergangenen Geschäftsjahr stand unter dem Strich ein Verlust vor Steuern von 15 Mio. Euro.

 

Aktie mit positivem Signal

Mitte Mai endete der bis dahin anhaltende Aufwärtstrend in dem Erreichen eines neuen Jahreshochs bei 36,41 Euro. Seither war die Aktie einer recht starken Volatilität ausgesetzt. Heute notieren die Papiere aber bisher eindeutig im Plus. Nachdem zwischenzeitlich bereits mehr als 3% Zuwachs erreicht wurden, liegt das aktuelle Plus bei 2,85% und damit fast an der gleitenden 100-Tage-Linie.

150813 Salzgitter

Kursfördernd könnte sich auch die Kaufempfehlung der Analysten von Kepler Cheuvreux ausgewirkt haben, welche das Kursziel bei 45,00 Euro sehen. Insgesamt ist Salzgitter auf dem richtigen Weg und scheint die lange Durststrecke so langsam aber sicher hinter sich zu lassen.

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