Salzgitter schaltet auf Wachstum um!

Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter schaltet in diesem Jahr auf Wachstum um. Am Freitag wurde das Unternehmen allerdings erst einmal ausgebremst, da rund 2.000 der 6.500 Stahlbeschäftige bei Salzgitter in den Warnstreik traten und ihre Arbeit niederlegten.

Doch das tut der Aufbruchsstimmung keinen Abbruch: Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Salzgitter mit einem Umsatzsprung auf etwa 9 Mrd. Euro. Im letzten Jahr waren die Erlöse noch durch Belastungen aus dem Stahlmarkt auf 7,9 Mrd. Euro abgerutscht. Das neue Vorsteuerergebnis soll sich in 2017 sogar fast verdoppeln. Salzgitter rechnet hier mit 100 bis 150 Mio. Euro, nach noch 53 Mio. Euro in 2016.

Ausschüttung der Dividende steigt

Am erwarteten Aufschwung will das Unternehmen aus dem gleichnamigen Ort auch seine Aktionäre teilhaben lassen. Die Ausschüttung je Aktie soll um 5 Cent auf 0,30 Euro steigen. Das spiegelt sich auch in den Worten des Vorstands wider: “Der Salzgitter-Konzern hat im Jahr 2016 intern wie extern viel erreicht. Dies spiegelt sich auch im 48 %-igen Kursanstieg unserer Aktie wider. Die Aussichten für das laufende Jahr sind trotz der nach wie vor erheblichen Herausforderungen so günstig wie schon lange nicht mehr. Vor diesem Hintergrund schlagen wir vor, für das Geschäftsjahr 2016 eine nochmals erhöhte Dividende von 0,30 € je Aktie auszuschütten.”

Bis 2021 plant Salzgitter mit 200 Mio. Euro

Das Unternehmen beschrieb am Freitag, dass in einer Phase, in der das Schwergewicht des Handels gezwungenermaßen auf Restrukturierung und Kostensenkung lag, nun der Fokus wieder auf Themen von Wachstum und Innovation gerichtet wird. Mit der im Herbst 2016 verabschiedeten Strategie “Salzgitter AG 2021” gestalten der Konzern nun seine Zukunft neu. Begleitet wird dies von leistbaren Investitionen sowie FuE-Aufwendungen.

Hiermit will Salzgitter bis 2021 über 200 Mio. Euro p.a. Deckungsbeiträge aus organischem Wachstum generieren. Dabei wird man den Weg, den man bereits seit 2000 eingeschlagen hat, weiter fortsetzen. Das Ziel ist es, Umsatz- und Wertschöpfung des Konzerns in Richtung Gleichgewicht zwischen stahlnahen und stahlferneren Aktivitäten weiterzuentwickeln. “Das ändert nichts daran, dass die DNA der Salzgitter AG dem Stahl entstammt und dies auch in Zukunft so bleiben soll”, so der Vorstand.

Europäische Stahlbranche entspannt sich

Die europäische Stahlbranche leidet seit Langem unter billigen Importen aus China und dem dadurch bedingten Preisverfall. Langsam, aber sicher entspannt sich allerdings die Lage an den Märkten, wovon auch Salzgitter profitiert.

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