Samsung: ChatGPT und Claude ab 12. Juni

Samsung öffnet sich für externe KI-Plattformen und plant umfassende Schulungen. Trotz Kursverlusten stützen Rekord-Gewinnerwartungen im Chipgeschäft die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Externe KI-Tools für Samsung-Mitarbeiter
  • Manager-Schulungen bis August geplant
  • Chip-Gewinne steigen auf das Neunzehnfache
  • Kursziel liegt 77 Prozent über aktuellem Niveau

Samsung Electronics öffnet seine Büros für externe KI. Ab dem 12. Juni dürfen Mitarbeiter der Device-eXperience-Sparte offiziell ChatGPT, Google Gemini Enterprise und Anthropic Claude nutzen. Das ist mehr als ein IT-Update — es ist ein Kurswechsel in der Arbeitskultur des Konzerns.

Pilotprojekt wird Konzernprogramm

Dem Schritt ging ein Pilotprogramm mit 2.500 Mitarbeitern voraus. Co-CEO Roh Tae-moon bezeichnet die Öffnung als grundlegenden Ausgangspunkt, um Arbeitsmethoden zu verändern und die Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhöhen. Das hauseigene Modell Samsung Gauss bleibt im Einsatz — die externen Plattformen sollen es für spezifische Aufgaben wie Coding, Übersetzung und Datenanalyse ergänzen.

Parallel startet Samsung ein „AX Bootcamp“ für Führungskräfte. Bis August sollen 2.300 Manager geschult sein, bis Ende 2026 die gesamte Belegschaft. Den symbolischen Abschluss dieser Woche liefert OpenAI-Chef Sam Altman: Er besucht am 15. Juni Samsungs Hauptsitz in Suwon, um über weitere Kooperation und Speicherchip-Lieferungen für KI-Großprojekte zu sprechen.

Europa-Reise mit Halbleiter-Agenda

Währenddessen ist Konzernchef Jay Y. Lee in Italien unterwegs. Beim Korea-Italy Business Roundtable in Rom geht es um Automotive-Mikrocontroller und Leistungshalbleiter — konkret um eine engere Zusammenarbeit mit STMicroelectronics. Auf der Agenda stehen außerdem OLED-Lieferungen für Ferrari und Automotive-Elektronik über die Samsung-Tochter Harman. Es ist Lees sechste Auslandsreise in diesem Jahr.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Die Aktie notiert bei 299.000 KRW — ein Tagesverlust von gut einem Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen hat das Papier fast 15 Prozent nachgegeben. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 133 Prozent.

Die Fundamentaldaten rechtfertigen den langfristigen Optimismus der Analysten. KB Securities und NH Investment & Securities halten beide an einem Kursziel von 530.000 KRW fest. Hintergrund: Für das zweite Quartal erwarten Analysten ein operatives Ergebnis von rund 90 Billionen Won — ein Anstieg auf das Neunzehnfache des Vorjahreswerts. Treiber sind DRAM und NAND, deren Preise jeweils um rund 60 Prozent gestiegen sind.

Das Kursziel liegt damit 77 Prozent über dem aktuellen Kurs. Ob der Markt diese Lücke schließt, hängt auch von der Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni ab — sie dürfte die Stimmung im gesamten Technologiesektor kurzfristig prägen.

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