Samsung Electronics Aktie: 89,2 Billionen Won aus Chips

Samsung verzeichnet dank KI-Chip-Boom ein massives Gewinnplus, während die Mobilsparte erstmals Verluste einfährt. Analysten sehen weiteres Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • KI-Chip-Nachfrage treibt Gewinn
  • Mobilsparte erstmals in Verlustzone
  • Strategiewechsel zu langfristigen Verträgen
  • Analysten erhöhen Kursziele deutlich

Der südkoreanische Technologieriese Samsung Electronics hat am Freitag an der Börse in Seoul eine beeindruckende Rally aufs Parkett gelegt. Mit einem Kursplus von 26,81 Prozent schloss die Aktie bei 262.500,00 KRW. Dieser massive Zuwachs folgte auf die Veröffentlichung der detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal 2026, die eine extreme Verschiebung innerhalb der Ertragsstruktur des Konzerns offenbarten: Das Halbleitergeschäft ist mittlerweile fast alleinverantwortlich für den gesamten Konzernerfolg.

Chip-Geschäft kompensiert Schwäche im Mobilsektor

Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte Samsung einen operativen Konzerngewinn von 89,5 Billionen Won. Bemerkenswert ist dabei die Dominanz der Halbleitersparte (Device Solutions), die allein 89,2 Billionen Won beisteuerte — das entspricht etwa 99,7 Prozent des gesamten Betriebsergebnisses. Die operative Marge in diesem Bereich kletterte auf beeindruckende 70 Prozent. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch die ungebrochene Nachfrage nach Speicherchips für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI).

Ganz anders stellt sich die Lage im Segment für Endgeräte (Device Experience) dar. Die Mobilsparte verzeichnete einen operativen Verlust von 800 Milliarden Won, was den ersten Verlust in diesem Bereich überhaupt darstellt. Als Hauptgrund gelten die massiv gestiegenen Kosten für Speicherkomponenten, die die Margen bei Smartphones und Haushaltsgeräten unter Druck setzen. Laut Daten von Counterpoint Research konnte Samsung zwar seinen weltweiten Umsatzanteil bei Smartphones auf 16 Prozent steigern, blieb jedoch deutlich hinter Apple zurück, die einen Rekordmarktanteil von 49 Prozent beim Umsatz erzielten.

Strategischer Wandel hin zu langfristigen Verträgen

Um die traditionelle Volatilität des Speichermarktes zu dämpfen, vollzieht Samsung derzeit einen strategischen Umbau seines Geschäftsmodells. Das Unternehmen strebt an, etwa zwei Drittel seiner Speicherproduktion über mehrjährige Lieferverträge abzusichern. Dieser Wandel von einem rein zyklisch getriebenen Geschäft hin zu einem auftragsbasierten Modell soll die Ertragsstabilität langfristig erhöhen.

Für das dritte Quartal 2026 rechnet das Management mit einer weiteren Beschleunigung im High-End-Bereich: Die Verkäufe der nächsten Generation von KI-Speichern (HBM4) sollen sich verdreifachen. Zudem gewinnt das Foundry-Geschäft — die Auftragsfertigung für Dritte — an Dynamik. Samsung geht davon aus, dass sich die Anzahl der Projekte im Bereich der hochmodernen 2-Nanometer-Chips im laufenden Jahr mehr als verdoppeln wird. Hierfür wurden bereits neue Aufträge von großen Cloud-Service-Anbietern und Kunden aus dem Bereich High-Performance-Computing (HPC) gesichert. Eine fünfjährige Zusammenarbeit mit Broadcom, die sowohl Speicherlösungen als auch die Fertigung umfasst, unterstreicht diese Ambitionen.

Analysten sehen massives Aufwärtspotenzial

Trotz der jüngsten Kursrally notiert die Aktie weiterhin rund 29,91 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 374.500,00 KRW. Analysten bewerten das aktuelle Niveau mehrheitlich als Einstiegschance. Die Experten von Korea Investment Securities (KIS) hoben ihr Kursziel am Wochenende um 10 Prozent auf 650.000 Won an und bestätigten ihre Einstufung mit „Buy“. Die Begründung: Der Markt unterschätze derzeit noch den fundamentalen Wandel hin zu festen Abnahmeverträgen und die damit verbundene Neubewertung des Sektors.

Ein wichtiges Signal kam zudem von der Führungssparte selbst: Roh Tae-moon, Leiter der Mobilsparte bei Samsung, erwarb am Donnerstag 3.045 Aktien zum Preis von 230.000 Won. Auch makroökonomisch erhält das Unternehmen Rückenwind durch einen Exportboom in Südkorea. Die Halbleiterausfuhren des Landes stiegen im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 179 Prozent auf über 41 Milliarden US-Dollar. Branchenexperten warnen derweil, dass die aktuelle Knappheit bei Speichermodulen aufgrund der enormen Nachfrage aus Rechenzentren bis weit in das Jahr 2027 anhalten könnte.

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