Samsung Electronics Aktie: Handelsstopp in Seoul
Der Kospi schloss nach einer Handelsunterbrechung deutlich tiefer; Sorgen um KI-Ausgaben und Zinsen belasteten Samsung und Chipwerte.

- Kospi beendet siebte Verlustsitzung in Folge
- Samsung-Aktie verliert 9,5 Prozent
- SK Hynix gibt 11 Prozent nach
- Börsen unterbrechen Handel nach Kursrückgängen
Der Kospi bricht ein, der Handel in Südkorea stoppt zeitweise, und Samsung Electronics steht mittendrin. Die Sorge um die Renditen der gewaltigen KI-Investitionen trifft den Leitindex des Landes mit voller Wucht.
Handel zeitweise ausgesetzt
Der Kospi verlor 7,57 Prozent auf 5.554,22 Punkte und beendete damit die siebte Verlustsitzung in Folge. Zuvor hatten beide südkoreanischen Börsen den Handel unterbrochen, nachdem Kospi und Kosdaq um mehr als 8 Prozent gefallen waren.
Samsung Electronics gab als Index-Schwergewicht 9,5 Prozent nach. Der Chip-Konkurrent SK Hynix büßte 11 Prozent ein. Im Tagesverlauf hatten beide Titel zeitweise sogar noch etwas anders notiert, am Ende zählte die Schlussbilanz.
Samsung stand damit nicht allein. Auch in Japan rutschten Halbleiter- und KI-Werte ab. Tokyo Electron, Kioxia und Advantest verloren zwischen 8 und 15 Prozent, der Nikkei sank um 4,9 Prozent.
Warum KI-Werte unter Druck stehen
Der Markt verlangt Belege, dass die milliardenschweren Ausgaben für KI-Infrastruktur sich auszahlen. An der Wall Street hatte der Nasdaq Composite zuvor 1,9 Prozent verloren. Der Broadcom-Chef verglich Teile des KI-Handels mit einem Casino, was die Skepsis zusätzlich anheizte.
Hinzu kommt der Zinsdruck. Die US-Inflation stieg im September auf 3,7 Prozent, die Kernrate auf 2,6 Prozent. Händler sehen laut CME FedWatch inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von knapp 35 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed Ende Oktober, nach 22 Prozent am Vortag. Zinserhöhungen belasten hoch bewertete Wachstumswerte besonders.
Selbst gute Nachrichten verfangen derzeit kaum. TSMC übertraf bei den Quartalsgewinnen die Erwartungen, die Aktie gab dennoch zunächst 2 Prozent nach, weil die Margen enttäuschten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel zugleich auf rund 5,10 Prozent, Anleihen konkurrieren damit stärker um das Kapital der Anleger.
Was als Nächstes ansteht
Am Donnerstag stehen US-Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze auf dem Programm, dazu Reden von Fed-Vertretern, darunter Notenbankchef Kevin Warsh. Die nächste Zinssitzung findet am 27. und 28. Oktober statt. Fallen die Daten erneut heiß aus, dürfte der Druck auf Samsung und die übrigen Chipwerte anhalten.
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