Samsung Electronics Aktie: Neue Chips, alte Zweifel
Trotz Rekordgewinn und neuem KI-Speicherchip verliert die Samsung-Aktie deutlich. Anleger zweifeln an der Nachhaltigkeit des Chip-Booms.

- Operativer Gewinn steigt massiv
- Neue SSD für KI-Rechenzentren
- Aktie verliert nach Rekordhoch
- Galaxy-Launch für Juli geplant
Rekordgewinn, Kurssturz und mittendrin ein neuer Produktstart: Bei Samsung Electronics prallen diese Woche Erfolgsmeldung und Anlegerskepsis aufeinander. Während die Aktie nach den jüngsten Quartalszahlen kräftig unter Druck geraten ist, bringt der Konzern parallel einen neuen KI-Speicherchip in Serienproduktion und lädt zum nächsten Galaxy-Launch.
Die vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal lasen sich zunächst spektakulär: Der operative Gewinn kletterte auf rund 89 Billionen Won, umgerechnet etwa 51 Milliarden Euro – eine Verneunzehnfachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz verdoppelte sich auf 171 Billionen Won.
Der Markt reagierte trotzdem verschnupft. Investoren zweifeln weniger am aktuellen Boom als an dessen Haltbarkeit – Speicherchips gelten als zyklisches Geschäft, und ein Bericht über einen eigenen KI-Chip des chinesischen Start-ups DeepSeek nährte zusätzlich die Sorge, die gewaltigen KI-Investitionen könnten sich nicht dauerhaft rechnen. Die Verunsicherung sprang auf den gesamten Sektor über, von SK Hynix bis zu europäischen Zulieferern wie Infineon.
Am Ende stand ein Kursrutsch von knapp 7 Prozent. Seit dem Rekordhoch von 380.000 Won vor zweieinhalb Wochen hat die Aktie damit rund 22 Prozent verloren – nach einem Kursplus von mehr als 140 Prozent seit Jahresbeginn.
Neue AI-Speicherchips als Antwort
Mitten in diese Debatte platzt Samsung nun mit einem neuen Produkt: Der Konzern hat die Serienproduktion des PM1763 gestartet, einer Enterprise-SSD auf PCIe-6.0-Basis für KI- und Hochleistungsrechenzentren. Die Speicherchip-Sparte bringt damit die neunte Generation ihres V-NAND-Speichers mit einem neu entwickelten 4-Nanometer-Controller zusammen.
Die leistungsstärkste Variante mit 16 Terabyte schafft Lese- und Schreibraten von bis zu 28.400 und 21.900 Megabyte pro Sekunde – gut doppelt so viel wie beim Vorgängermodell PM1753.
Ein 40 Gigabyte großes Sprachmodell lässt sich damit in rund 1,4 Sekunden übertragen, die Energieeffizienz steigt gegenüber dem Vorgänger um mehr als das 1,8-Fache. Für den Einsatz in flüssigkeitsgekühlten Serverumgebungen hat Samsung zudem eine Kühltechnik direkt am Chip integriert und die Sicherheitsarchitektur um Verschlüsselungsverfahren erweitert, die auch künftigen Quantencomputer-Angriffen standhalten sollen.
Galaxy Unpacked am 22. Juli
Parallel zur Chip-Offensive hält der Konzern an seinem Konsumgüter-Kalender fest. Am 22. Juli lädt Samsung zum Galaxy Unpacked nach London, wo die nächste Generation der faltbaren Galaxy-Geräte vorgestellt werden soll. Die Veranstaltung wird live über Samsungs eigene Kanäle übertragen.
Die Wochen bis zur Veröffentlichung der endgültigen Quartalszahlen Ende Juli dürften zeigen, ob die Skepsis der Anleger an der Kapitalmarktreaktion oder tatsächlich an der Nachhaltigkeit der KI-Nachfrage lag. Bis dahin bleibt der PM1763 das konkreteste Argument des Konzerns, dass das Speicherchip-Geschäft trotz der Kursdelle technologisch nicht an Tempo verliert.
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