SanDisk: 1.289 Prozent seit Oktober, nun Gewinnmitnahmen

Der NAND-Spezialist SanDisk verzeichnet Kursrückgänge nach Rekordhoch. Analysten bleiben trotz hoher Bewertung und Insiderverkäufen optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Kurs fällt sechs Prozent unter Rekordhoch
  • Fehlendes zweites Standbein als Risiko
  • Insider verkaufen Aktien im Wert von 8,9 Mio. Dollar
  • Aktientausch mit Western Digital läuft aus

Nach einem atemberaubenden Höhenflug kämpft SanDisk mit Gewinnmitnahmen. Der NAND-Speicher-Hype hat den Aktienkurs seit Oktober 2025 um stolze 1.289 Prozent steigen lassen. Doch nun wächst die Skepsis: Kann sich der Höhenflug fortsetzen?

Der Chipkonzern landete zu Wochenbeginn bei 2.028 Dollar. Das ist ein Minus von gut sechs Prozent zum Rekordhoch von 2.167 Dollar. Der RSI liegt bei 68,7 Punkten, noch im neutralen Bereich. Aber die Volatilität ist extrem: annualisiert 97 Prozent.

Der Markt streitet über die Nachhaltigkeit

Einerseits boomt die Nachfrage nach NAND-Flash-Speicher. Künstliche Intelligenz braucht Speicherplatz, und davon profitiert SanDisk massiv. Andererseits fehlt dem Unternehmen ein zweites Standbein. Anders als Branchengrößen wie Samsung oder Micron produziert SanDisk kein DRAM oder High-Bandwidth Memory. Das ist ein Risiko, wenn der KI-Hype abkühlt.

Die Jahresteuerung des Aktienkurses liegt bei 637 Prozent. Das KGV von knapp 70 macht die Bewertung anfällig für Korrekturen. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.

Die Analysten bleiben dennoch optimistisch. Die Wall Street vergibt mehrheitlich ein „Buy“-Rating. Viele Institute haben ihre Kursziele zuletzt angehoben. Grund: die starke Nachfrage aus dem Rechenzentrumsgeschäft.

Institutionelle Gewichtung und Insiderverkäufe

Große Investoren halten weiter an SanDisk fest. Vanguard, State Street und Norges Bank sind mit hohen Positionen engagiert. Das spricht für Vertrauen in die langfristige Geschichte.

Allerdings gibt es auch Gegenwind. In den letzten 90 Tagen haben Unternehmensinsider Aktien im Wert von rund 8,9 Millionen Dollar verkauft. Das sind keine Panikverkäufe, aber ein Signal, das man im Auge behalten sollte.

Nächste Woche läuft zudem der Aktientausch mit Western Digital aus. Rund 1,04 Millionen SanDisk-Anteile wechseln dann den Besitzer. Der Schritt soll die Unabhängigkeit des Unternehmens nach dem Spin-Off im Frühjahr 2025 weiter festigen.

Wie geht es weiter?

SanDisk steht vor einem Spagat. Wachstum im Rechenzentrumssegment steht gegen Konjunkturängste und Zinssorgen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Rallye fundamental gedeckt ist.

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