SanDisk: 372 Prozent Umsatzsprung im Q4
SanDisk meldet Auftragsbestand von 93,9 Mrd. Dollar und strebt bis 2030 eine Bruttomarge von 80 Prozent an. Analysten sehen weiteres Potenzial.

- Rekordauftragsbestand von 93,9 Mrd. Dollar
- JPMorgan startet mit Overweight und Kursziel 2.250 Dollar
- Umsatz im Q4 um 372 Prozent gesteigert
- Neues Aktienrückkaufprogramm über 14 Mrd. Dollar
Die massive Nachfrage nach Speicherlösungen für künstliche Intelligenz hat SanDisk eine beispiellose Auftragsflut beschert. Mit einem aktuellen Kurs von 1.500,00 € setzt das Papier seine dynamische Aufwärtsbewegung fort.
In den vergangenen sieben Tagen verzeichnete der Titel bereits einen Wertzuwachs von 39 Prozent. Das Unternehmen profitiert dabei von einer strukturellen Knappheit am Markt für Datenspeicher, die Branchenexperten als historisch bezeichnen.
Massive Auftragslage und strategische Kundenbindung
Im Zentrum der aktuellen Euphorie steht ein Auftragsbestand von insgesamt 93,9 Milliarden Dollar. Das Management gab am Donnerstag im Rahmen eines Investorentages bekannt, dass allein acht Großkunden für diesen Rekordwert verantwortlich sind. Von der Gesamtsumme stehen derzeit noch rund 91,1 Milliarden Dollar zur Realisierung aus. Diese langfristigen Verträge sichern dem Konzern eine hohe Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
Besonders bedeutsam für Investoren sind die harten finanziellen Zusagen, die SanDisk bereits erhalten hat. Rund 16,5 Milliarden Dollar wurden durch Kunden als Garantien für künstliche Intelligenz festgeschrieben. Diese Abkommen decken für das Geschäftsjahr 2027 etwa die Hälfte des gesamten Bit-Ausstoßes im Bereich der NAND-Speicher ab. Für das darauffolgende Jahr sind bereits rund zwei Drittel der Kapazitäten durch vierjährige Verträge gebunden.
Analysten loben einzigartige Marktpositionierung
Die ambitionierten Ziele für die Profitabilität sorgen unter Analysten für Aufsehen. SanDisk strebt bis zum Geschäftsjahr 2030 eine bereinigte Bruttomarge von 80 Prozent an. CEO David Goeckeler betonte, dass der seit 18 Monaten laufende Turnaround-Plan nun deutliche Früchte trage.
Parallel dazu soll die operative Marge auf ein Niveau von 75 Prozent steigen. Das Unternehmen fokussiert sich dabei zunehmend auf spezialisierte Flash-Speicher für Rechenzentren.
Die US-Bank JPMorgan startete die Beobachtung der Aktie am Freitag mit einer Einstufung auf „Overweight“ und rief ein Kursziel von 2.250 Dollar aus. Der zuständige Analyst Harlan Sur sieht SanDisk aufgrund der steigenden Nachfrage nach Inferenz-Speichern für KI-Anwendungen in einer einzigartigen Position.
Auch die Experten von Bernstein zeigen sich optimistisch und halten mittelfristig sogar Kurse von 3.000 Dollar für möglich. Sie verweisen auf das Potenzial von High-Bandwidth-Flash als wesentlichen Wachstumstreiber.
Rekordergebnisse und umfangreiches Rückkaufprogramm
Die jüngsten Quartalszahlen untermauern den Wachstumskurs des Unternehmens. Im vierten Quartal erzielte SanDisk einen Umsatz von 8,97 Milliarden Dollar, was einer Steigerung von 372 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Nettoeinkommen belief sich auf 6,9 Milliarden Dollar. Angesichts der starken Liquiditätslage genehmigte das Board of Directors ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 14 Milliarden Dollar.
Trotz der jüngsten Rally notiert das Papier noch ein Stück unter seinen Höchstmarken. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2.060,00 € bleibt der Wert derzeit rund 27 Prozent entfernt.
Marktbeobachter von Macquarie weisen darauf hin, dass die aktuelle Speicherknappheit die schlimmste in der Geschichte der Branche sei. Da ein Ende der Engpässe innerhalb der nächsten drei Jahre nicht absehbar ist, rechnen Marktteilnehmer mit einer anhaltend hohen Preismacht der führenden Hersteller.
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