SanDisk: 42 Milliarden Dollar Verträge trotz Ausverkauf

Trotz milliardenschwerer KI-Lieferverträge büßt SanDisk binnen Wochen fast ein Drittel seines Börsenwerts ein. Anleger fokussieren auf Bewertungen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert 29 Prozent in sieben Tagen
  • Mehrere Milliarden-Lieferverträge mit Meta
  • Zahlen und Investorentag im August entscheidend
  • RSI nahe überverkauftem Niveau

Innerhalb einer Woche verliert SanDisk fast ein Drittel seines Börsenwerts. Und das, obwohl der Flash-Speicher-Hersteller gerade reihenweise milliardenschwere Lieferverträge einsammelt. Ein Widerspruch, der Anleger ratlos zurücklässt.

Am Freitag schloss die Aktie bei 1.190,00 Euro, ein Minus von 4,03 Prozent zum Vortag. Über sieben Handelstage summiert sich der Rückgang auf 29,17 Prozent. Vom Rekordhoch bei 2.060,00 Euro, erreicht am 22. Juni 2026, trennen SanDisk mittlerweile 42,23 Prozent.

Der Ausverkauf trifft nicht nur SanDisk. Er passt in ein größeres Muster: Anleger nehmen nach der Rally bei Halbleiter- und KI-Werten Gewinne mit. Die Frage ist, ob die Kursschwäche bei SanDisk tatsächlich das Geschäft widerspiegelt — oder ob sie schlicht Teil einer sektorweiten Korrektur ist.

Verträge im Milliardenbereich, Kurs im freien Fall

Die operative Substanz spricht bislang eine andere Sprache als der Aktienkurs. Anfang Juli startete SanDisk gemeinsam mit Kioxia die Produktion der zehnten Generation von 3D-Flash-Speicherchips im Werk Kitakami Fab2. Kurz darauf kündigte das Unternehmen erste Muster des BiCS10 1Tb TLC 3D-NAND-Speichers an, konzipiert für datenintensive KI-Anwendungen.

Beim Ergebnisbericht für das dritte Fiskalquartal 2026 im April nannte SanDisk fünf neue Mehrjahres-Lieferverträge. Allein drei davon sollen zusammen mindestens 42 Milliarden Dollar Umsatz bringen. Mitte Juli kam ein weiterer Baustein hinzu: Meta Platforms hat sich laut Berichten langfristig Flash-Speicher für seine KI-Rechenzentren bei SanDisk gesichert.

Diese Vertragsbasis untermauert die Rolle des Unternehmens als Zulieferer für die wachsende KI-Infrastruktur. Trotzdem drückt der Markt den Kurs weiter nach unten — ein Zeichen dafür, dass Anleger derzeit weniger auf Auftragsbücher schauen als auf Bewertungsniveaus.

Zwei Termine im August entscheiden über die Richtung

Nach dem Handelsschluss am Mittwoch, dem 5. August 2026, legt SanDisk seine Zahlen zum vierten Fiskalquartal und zum Gesamtjahr 2026 vor. Eine Telefonkonferenz mit Investoren schließt sich an.

Acht Tage später, am Donnerstag, dem 13. August 2026, folgt ein Investor Day. Die Unternehmensführung will dort zur aktuellen Lage und zum Ausblick Stellung nehmen.

Der RSI-Wert von 38,8 signalisiert eine überverkaufte Aktie, ohne dass die Marke von 30 bereits erreicht wäre. Die annualisierte Volatilität von 143 Prozent zeigt, wie nervös der Markt die Papiere derzeit handelt. Bis zum 52-Wochen-Tief bei 1.130,00 Euro vom 17. Juli bleiben nur noch gut fünf Prozent Abstand.

Die Zahlen zum Fiskaljahr Anfang August und der Investor Day Mitte des Monats liefern die nächsten konkreten Anhaltspunkte. Bis dahin bleibt offen, ob die milliardenschweren Lieferverträge den Kurs stützen können oder ob die Korrektur im Speicherchip-Segment anhält.

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