SANDISK Aktie: HBF-Spezifikation mit SK Hynix veröffentlicht
SanDisk und SK Hynix definieren mit HBF einen neuen KI-Speicherstandard. Die Aktie erholt sich leicht, bleibt aber weit unter ihrem Rekordhoch.

- Neuer HBF-Standard für KI-Speicher
- Erste Muster Ende 2026 angekündigt
- Aktie erholt sich nach Verlusten
- Quartalszahlen am Mittwoch erwartet
SanDisk hat am heutigen Dienstag zusammen mit SK Hynix die erste technische Spezifikation für High Bandwidth Flash (HBF) veröffentlicht – einen neuen Speichertyp, der zwischen High Bandwidth Memory und klassischen SSDs positioniert wird. Die Ankündigung erfolgt im Rahmen der Speicherkonferenz FMS 2026 in Santa Clara, die von Montag bis Mittwoch läuft, und fällt in eine Woche, in der Anleger ohnehin gebannt auf die Quartalszahlen des Unternehmens blicken.
Neuer Speicher zwischen HBM und SSD
Der HBF-Standard wurde über das Open Compute Project verabschiedet und definiert Systemschnittstelle, elektrische Vorgaben sowie die Anbindung zwischen KI-Prozessoren und dem neuen Speichertyp. HBF nutzt gestapelten 3D-NAND mit acht oder sechzehn Lagen, erreicht eine Kapazität von bis zu 512 Gigabyte pro Baustein und überträgt Daten je nach Ausbaustufe mit 0,4 bis 3,0 Terabyte pro Sekunde über eine UCIe-Schnittstelle. Google und der Chip-Entwickler Tenstorrent sind dem Konsortium beigetreten, das den Speicher gezielt für KI-Inferenz-Anwendungen in Rechenzentren positioniert. SanDisk kündigte an, erste HBF-Muster in der zweiten Jahreshälfte 2026 auszuliefern, Proben für KI-Inferenz-Systeme sollen Anfang 2027 folgen. SK Hynix präsentierte parallel einen 375-Lagen-4D-NAND-Chip mit rund zweieinhalbfacher Energieeffizienz, dessen Serienproduktion für eSSD-Anwendungen ebenfalls Anfang 2027 anlaufen soll. SanDisk hält auf der Konferenz eine Keynote zum Konzept gestufter Speicherarchitekturen, ein gemeinsames Panel mit SK Hynix ist für Donnerstag angesetzt.
Aktie erholt sich, bleibt aber tief im Minus
Die Kursbewegung der vergangenen Wochen zeigt, wie nervös der Markt das Papier derzeit handelt. Am Montag legte die Aktie um 5,66 Prozent zu und schloss bei 1.120,00 Euro, nachdem sie laut Berichten des Anlegermagazins The Motley Fool im gesamten Juli rund 47 Prozent verloren hatte. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 16,67 Prozent zu Buche, während der 30-Tage-Saldo mit minus 26,80 Prozent tief rot bleibt. Zum 52-Wochen-Hoch von 2.060,00 Euro aus dem Juni klafft weiterhin eine Lücke von 45,63 Prozent, was die Dimension des Ausverkaufs seit dem Rekordniveau verdeutlicht. Der RSI von 42,8 signalisiert eine neutrale bis leicht angeschlagene Marktstimmung, während eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 165 Prozent das Ausmaß der jüngsten Schwankungen unterstreicht.
Ein Teil der Turbulenzen dürfte auf eine Zwangsliquidation außerhalb des Unternehmens selbst zurückgehen: Der Hedgefonds Situational Awareness LP unter Leopold Aschenbrenner hatte mit vierfachem Hebel auf KI-Hardware-Werte wie SanDisk gesetzt und erlitt einen Verlust von 67 Prozent, bevor Citadel das Portfolio übernahm. Der bekannte US-Marktkommentator Jim Cramer bezeichnete den Vorgang als „Clearing Event“ und verglich ihn mit dem Archegos-Kollaps – SanDisk zählte zu den Werten, die sich nach der Auflösung der Positionen wieder erholten.
Zahlen am Mittwoch, Analysten uneins über den fairen Wert
Am Mittwoch nach Börsenschluss legt SanDisk seinen nächsten Quartalsbericht vor. Im zurückliegenden Berichtsquartal hatte das Unternehmen den Umsatz um 251 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert und einen Gewinn je Aktie von 23,41 US-Dollar ausgewiesen – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 14,17 US-Dollar. Der Optionsmarkt preist für die kommenden Zahlen einen Kursausschlag von rund 19 Prozent ein, ein Hinweis darauf, dass Investoren erneut mit einer heftigen Reaktion rechnen. Als Wachstumstreiber gelten branchenweit steigende NAND-Preise – in Südkorea zog der Durchschnittspreis im Juli um 35 Prozent zum Vormonat an – sowie die zunehmende Nachfrage nach Enterprise-SSDs für KI-Rechenzentren.
Bei den Kurszielen gehen die Einschätzungen weit auseinander. Der Analystenkonsens stuft die Aktie mehrheitlich als Moderate Buy ein und sieht ein durchschnittliches Kursziel von 1.811,38 US-Dollar auf Dollar-Basis, während einzelne optimistische Stimmen bei anhaltendem KI-Speicherboom sogar Kursziele oberhalb von 3.000 US-Dollar für möglich halten. Als Risiken werden vor allem die wachsenden Fertigungskapazitäten chinesischer NAND- und DRAM-Hersteller sowie Preisdruck durch Wettbewerber wie YMTC genannt.
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