SANDISK Aktie: Zehn-Prozent-Einbruch nach Wall-Street-Journal-Bericht

SanDisk-Aktie stabilisiert sich nach KI-Ausverkauf. Milliardenverträge und starke Quartalszahlen stützen die Bewertung trotz Zinsängsten.

Die Kernpunkte:
  • Kurserholung nach heftigem Rücksetzer
  • KI-Verpflichtungen belasten Speicherbranche
  • Rekordumsatz und Aktienrückkaufprogramm
  • Langfristige Abnahmeverträge sichern Planung

SanDisk-Anleger erleben zur Wochenmitte eine Phase hoher Volatilität. Nachdem die Papiere am gestrigen Dienstag im US-Handel zeitweise um rund zehn Prozent einbrachen, zeigt sich am heutigen Mittwoch eine erste Stabilisierung. Im europäischen Handel notiert der Wert aktuell bei 1.430,00 Euro.

Marktbeobachter führen den gestrigen Ausverkauf auf einen Bericht des Wall Street Journal zurück, der massive finanzielle Verpflichtungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) thematisierte und damit den gesamten Speichersektor belastete.

Wachsende Skepsis und steigende Anleiherenditen

Laut Berichten des Wall Street Journal stehen neun führende Technologieunternehmen vor sogenannten „Off-Balance-Sheet“-Verpflichtungen für KI-Infrastruktur in Höhe von insgesamt drei Billionen US-Dollar.

Diese Nachricht traf den Sektor in einem Umfeld steigender Zinsen: Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen kletterte auf rund 4,7 Prozent, was den Verkaufsdruck auf wachstumsstarke Technologiewerte erhöhte. Analysten von Morgan Stanley wiesen zudem auf eine institutionelle Überallokation im Halbleiterbereich hin, die die gestrige Korrektur beschleunigt haben dürfte.

Trotz der kurzfristigen Turbulenzen lieferte SanDisk zuletzt überzeugende Geschäftszahlen. Der Gewinn pro Aktie lag bei 39,25 US-Dollar, womit das Unternehmen die Erwartungen übertraf.

Während der Umsatz massiv auf 8,96 Milliarden US-Dollar anstieg, kündigte der Konzern ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm an, das rund 6,6 Prozent der ausstehenden Anteile umfasst. Diese Maßnahmen unterstreichen die Zuversicht des Managements in die eigene Cashflow-Generierung trotz der makroökonomischen Unsicherheiten.

Langfristige Verträge als Sicherheitsnetz

Ein wesentlicher Faktor für die fundamentale Bewertung sind neue Vertragsstrukturen. SanDisk hat Vereinbarungen mit acht großen Kunden geschlossen, die den Absatz für die kommenden Jahre absichern sollen. Diese Kontrakte garantieren dem Unternehmen bei festgesetzten Preisuntergrenzen einen Mindestumsatz von 93,9 Milliarden US-Dollar.

Jim Cramer verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Branche durch solche „Take-or-Pay“-Modelle und anhaltende Angebotsengpässe bis über das Jahr 2027 hinaus deutlich weniger anfällig für zyklische Preisschwankungen sei als in früheren Zyklen.

Technologisch treibt das Unternehmen die Entwicklung mit der neuesten Generation seines 2Tb QLC 3D-Flash-Speichers voran, der speziell für die Anforderungen von KI-Rechenzentren optimiert wurde. Im aktuellen Marktumfeld notiert die Aktie mit einem Abstand von 2,2 Prozent knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Gegenüber dem im Juni erreichten 52-Wochen-Hoch ergibt sich derzeit ein Kursabschlag von 31 Prozent.

Roadmap für die kommenden Jahre

Nachdem vor rund zwei Wochen der HBF-Standard präsentiert wurde, sieht die technologische Planung bereits weitere Innovationsschritte vor. Die Roadmap reicht von der BiCS9-Technologie mit erhöhter Schreibbandbreite bis hin zu künftigen BiCS10-Chips mit 332 Layern und einer signifikant gesteigerten Speicherdichte. Damit will das Unternehmen seine Position im Wettbewerb mit Konkurrenten wie Samsung und SK Hynix festigen.

Während institutionelle Investoren wie der Fonds von David Tepper ihre Positionen im zweiten Quartal zeitweise vollständig veräußert hatten, berichten Medien über spätere Wiedereinstiege großer Marktteilnehmer.

Für das vierte Quartal stellt das Management einen weiteren Umsatzanstieg in einer Spanne zwischen 10,3 und 10,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Anleger konzentrieren sich nun darauf, ob die langfristige Nachfrage nach KI-Speicherlösungen die Sorgen über die kurzfristige Zinsentwicklung dauerhaft überwiegen kann.

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