SanDisk: BiCS10 mit 59 Prozent höherer Dichte

SanDisk startet BiCS10-Produktion mit höherer Bit-Dichte und Energieeffizienz für KI-Kunden.

Die Kernpunkte:
  • Start der BiCS10-Fertigung in Japan
  • 59 Prozent mehr Bit-Dichte erreicht
  • Energieverbrauch um 30 Prozent gesenkt
  • Aktie nach Tech-Rotation stark gefallen

SanDisk war das Chamäleon unter den S&P-500-Werten: ein 858-Prozent-Rennen im ersten Halbjahr und dann die Vollbremsung. Kurz vor den US-Feiertagen verlor die Aktie am 2. Juli über 14 Prozent an einem Tag, getroffen von einer Rotation aus dem Tech-Sektor. Jetzt muss SanDisk zeigen, dass der Höhenflug nicht nur Momentum war, sondern Substanz hat.

BiCS10: Der entscheidende Schritt

Das Unternehmen setzt auf einen massiven Produktionsausbau. Am 3. Juli gaben SanDisk und sein japanischer Partner Kioxia den Start der zehnten 3D-Flash-Generation bekannt — BiCS10. Die Technologie nutzt 332 Schichten und die sogenannte CBA-Architektur (CMOS direkt an die Zellen gebondet). Das Ergebnis: Die Bit-Dichte steigt um 59 Prozent gegenüber der achten Generation. Die Schnittstelle arbeitet mit 4,8 Gigabit pro Sekunde — ein Plus von 33 Prozent.

Die Fertigung läuft im Kitakami-Werk in der japanischen Präfektur Iwate. Die Fab2-Anlage, erst im September 2025 eröffnet, fährt jetzt hoch. Das Ziel: die Nachfrage aus KI-Rechenzentren bedienen, die nach NAND-Speicher gieren.

Energieeffizienz als Trumpf

Die Speicherindustrie steuert auf eine mögliche mehrjährige Chip-Knappheit zu. SanDisk setzt deshalb auf einen Wettbewerbsvorteil, der bei den Großkunden ankommt: geringerer Stromverbrauch.

Die neue Technologie liefert:

  • 30 Prozent bessere Energieeffizienz beim Lesen
  • 18 Prozent höhere Effizienz beim Schreiben
  • 34 Prozent weniger Ausgangsleistung

Für Unternehmen wie Amazon, Microsoft oder Alphabet sind diese Werte Gold wert. Sie investieren Milliarden in KI-Infrastruktur und suchen nach jedem Hebel, um Betriebskosten zu senken. SanDisk liefert ihnen diesen Hebel.

Bewertung nach dem Rutsch

Nach dem Höhenflug auf fast 2.274 Dollar im Juni notiert die Aktie jetzt bei rund 1.745 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 258 Milliarden Dollar. Der Rücksetzer ist heftig, aber die Position von SanDisk bleibt stabil: 28 bis 29 Prozent der globalen Flash-Produktion gehören dem Unternehmen — ein strukturelles Fundament für die Bewertung.

Der Fokus liegt nun auf der Marge und der Auslastung. Die Fabriken arbeiten fast am Limit. SanDisk beginnt deshalb, strategische Langzeitpartner bei der Produktvergabe zu bevorzugen. Der nächste Prüfstein steht im August an. Dann legt SanDisk den Quartalsbericht vor. Die Frage ist, ob das aktuelle NAND-Preisniveau das Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 55 rechtfertigt. Das wird der Lackmustest.

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