SanDisk: Gewinn soll sich bis 2028 verfünffachen

SanDisk verliert an der Börse, während Mizuho langfristig starkes Gewinnwachstum, hohe Cashflows und neue Flash-Produktion erwartet.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert 1,5 Prozent
  • Mizuho senkt Kursziel leicht
  • Flash-Produktion mit Kioxia gestartet
  • Rückkaufprogramm über 14 Milliarden genehmigt

Am heutigen Donnerstag sieht sich SanDisk einem Spannungsfeld aus politischen Risiken und einer vielversprechenden langfristigen Nachfrage gegenüber. Während Unsicherheiten über künftige Halbleiter-Zölle die Stimmung kurzfristig belasten, verweisen Marktbeobachter auf die robusten Aussichten im Bereich der Speichertechnologien.

Die Aktie gibt heute um 1,5 % nach und notiert bei 1.320,00 €. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das bei 2.060,00 € liegt, auf minus 36 %.

Analysten erwarten massive Gewinnsteigerung

Trotz der aktuellen Kursverluste bleibt die Erwartungshaltung für die kommenden Jahre hoch. Medienberichten zufolge rechnen die Analysten von Mizuho Securities damit, dass SanDisk seinen Gewinn zwischen den Geschäftsjahren 2026 und 2028 verfünffachen könnte.

Hintergrund ist ein weltweit knappes Angebot an Speicherlösungen bei gleichzeitig steigender Nachfrage. Das Analysehaus senkte zwar am 24. August das Kursziel geringfügig von 1.900 auf 1.875 US-Dollar, behält jedoch eine positive Grundhaltung bei.

Ein wesentlicher Treiber für den künftigen Wertzuwachs könnte die Kapitalrückführung an die Aktionäre sein. Schätzungen von Mizuho zufolge könnte das Unternehmen in den Jahren 2027 und 2028 einen freien Cashflow zwischen 30 und 50 Milliarden US-Dollar generieren. Dies würde SanDisk in die Lage versetzen, etwa 25 % bis 30 % der ausstehenden Aktien zurückzukaufen. Bereits vor rund einem Monat hatte das Board of Directors ein zusätzliches Rückkaufprogramm in Höhe von 14 Milliarden US-Dollar genehmigt.

Strategische Weichenstellung in der Flash-Produktion

Parallel zur Marktentwicklung festigt SanDisk seine technologische Basis durch die Zusammenarbeit mit Kioxia. Wie am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, haben beide Partner die Produktion ihrer zehnten Generation von 3D-Flash-Speichern im Werk Kitakami Fab2 in Japan gestartet. Dabei kommt die sogenannte CBA-Technologie zum Einsatz, die speziell auf die Anforderungen von Hochleistungs-Anwendungen zugeschnitten ist. Das Joint-Venture-Rahmenwerk für NAND-Flash wurde zudem bis Ende 2034 verlängert, was die langfristige Liefersicherheit für SanDisk untermauert.

Diese technologische Roadmap ist ein zentraler Pfeiler des mehrjährigen Finanzrahmens, den das Management im Rahmen des „In Focus“-Investorentags Mitte August vorstellte.

Für die Geschäftsjahre 2028 bis 2030 peilt das Unternehmen ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen Zehnerbereich an. Dabei werden außergewöhnlich hohe Margen angestrebt: Die bereinigte Bruttomarge soll bei etwa 80 % liegen, während eine operative Marge von nahe 75 % anvisiert wird.

Insiderverkäufe und neues Geschäftsmodell

Während die langfristigen Ziele ambitioniert bleiben, gab es zuletzt Bewegungen im Management. Am Dienstag veräußerte Bernard Shek, Chief Legal Officer bei SanDisk, 600 Aktien zu einem Preis von 1.525,60 US-Dollar pro Stück. Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines bereits im März 2026 festgelegten Handelsplans. Nach dem Verkauf hält Shek weiterhin knapp 30.000 Anteile am Unternehmen.

Zusätzlich zur Produktion setzt SanDisk verstärkt auf ein neues Geschäftsmodell (New Business Model, NBM). Bis Mitte August wurden bereits Verträge mit acht Großkunden unterzeichnet.

Diese Vereinbarungen sollen im Geschäftsjahr 2027 etwa 50 % und im Folgejahr bereits zwei Drittel der ausgelieferten Speicherkapazitäten abdecken. Ziel dieser Strategie ist es, durch festere Partnerschaften eine stabilere Wertschöpfung in der oft volatilen Speicherbranche zu erreichen.

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