Sanofi Aktie: Auflagen für Grippeimpfstoff-Werbung

Sanofi muss Efluelda-Werbung in Deutschland und Frankreich anpassen; bei Verstößen drohen Geldbußen oder tägliche Zwangsgelder.

Die Kernpunkte:
  • EU bindet Sanofis Zusagen rechtlich
  • Werbeauflagen gelten bis 2030
  • Website-Klarstellung binnen zwei Jahren erforderlich
  • Sanofi-Aktie zeitweise 0,34 Prozent höher

Die Europäische Kommission hat die Zusagen von Sanofi im Streit um Grippeimpfstoffe für rechtsverbindlich erklärt. Der Konzern muss damit seine Werbung für den Impfstoff Efluelda in Deutschland und Frankreich ändern. Die Börse nimmt es gelassen: Die Aktie notiert in Paris leicht im Plus.

Der Vorwurf: Irreführung gegenüber Fluad

Brüssel hatte den Verdacht, dass Sanofi seit 2024 den eigenen Impfstoff Efluelda mit falschen oder irreführenden Aussagen als dem Konkurrenzprodukt Fluad überlegen dargestellt haben könnte. Fluad ist der einzige verstärkte Grippeimpfstoff für ältere Menschen, der mit Efluelda im Wettbewerb steht. Die Kommission sah darin einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung.

Im September 2025 durchsuchten die Wettbewerbshüter Räume des Konzerns in beiden Ländern. Sanofi wies die Vorwürfe zurück, bot aber Zusagen an, um das Verfahren zu beenden.

Was Sanofi zusagt

Der Konzern verzichtet bis 2030 auf Werbematerial für Fachkreise in Deutschland und Frankreich, das nationale Impfempfehlungen kritisiert, Fluad negativ darstellt oder den eigenen Impfstoff als sicherer ausgibt. Mögliche Folgen früherer Botschaften muss Sanofi korrigieren.

Hinzu kommt eine Klarstellung auf den deutschen und französischen Websites, die binnen zwei Jahren erscheinen muss. Sie soll festhalten, dass die nationalen Empfehlungen beide Präparate als gleich wirksam beim Schutz älterer Menschen einstufen.

Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera betonte, marktbeherrschende Pharmakonzerne verzerrten mit falschen Informationen den Wettbewerb und schränkten die Wahlfreiheit von Ärzten und Patienten ein.

Geldbuße nur bei Verstoß

Eine Strafe bleibt Sanofi erspart, solange es die Zusagen einhält. Bei Verstößen könnte die Kommission bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes als Geldbuße verhängen. Alternativ droht ein tägliches Zwangsgeld von fünf Prozent des Tagesumsatzes.

An der Börse bleibt die Reaktion klein. In Paris legte die Aktie zeitweise 0,34 Prozent auf 70,98 Euro zu. Der Markt wertet die Entscheidung offenbar als überschaubares Risiko, zumal die Auflagen auf zwei Länder und auf Werbebotschaften begrenzt sind. Bis 2030 gilt nun der Rahmen, innerhalb dessen Sanofi für Efluelda werben darf.

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