Sanofi Aktie: Garijo setzt auf Kostendisziplin
Dupixent und geringere Vertriebs- sowie Werbeausgaben stützen Sanofis Quartal; der Konzern erwartet 2026 stärkeres Umsatz- und Gewinnwachstum.

- Quartalsumsatz steigt währungsbereinigt um 14,3 Prozent
- Dupixent-Erlöse wachsen um mehr als ein Drittel
- Sanofi hebt Umsatz- und Gewinnziele für 2026 an
- Pipeline-Umbau soll Dupixent-Abhängigkeit langfristig verringern
Sanofi überrascht mit einem starken dritten Quartal und hebt die Jahresprognose an. Die Aktie springt in Paris zeitweise um gut 6 Prozent auf 80,75 Euro. Für Konzernchefin Belen Garijo, seit April im Amt, ist es ein erster deutlicher Beleg, dass ihr strenger Kurs Wirkung zeigt.
Dupixent bleibt der Motor
Der währungsbereinigte Umsatz stieg im Quartal um 14,3 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn legte noch stärker zu und erreichte knapp 4,3 Milliarden Euro. Beide Kennziffern lagen über den Analystenerwartungen. Garijo verweist auf Kostendisziplin, unter anderem gab der Konzern weniger für Vertrieb und Werbung aus.
Treiber ist erneut das Asthma- und Neurodermitis-Mittel Dupixent. Die Erlöse sprangen um mehr als ein Drittel nach oben, auf Neunmonatssicht summieren sie sich auf über 15 Milliarden Euro. Auch neuere Medikamente trugen deutlich bei. So glich Sanofi das rückläufige Impfstoffgeschäft mehr als aus.
Höhere Ziele für 2026
Beim Umsatz erwartet der Konzern für das laufende Jahr nun ein währungsbereinigtes Plus im niedrigen Zehner-Prozent-Bereich. Bisher standen rund 10 Prozent im Plan. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll schneller wachsen als der Umsatz und im mittleren Zehner-Prozent-Bereich zulegen.
Die Rally knüpft an eine Erholung an, die Anfang Oktober begann. Zuvor war das Papier auf den tiefsten Stand seit Anfang 2020 gefallen. Seit Jahresbeginn lag die Aktie bis Donnerstagabend noch rund 8 Prozent im Minus.
Die Abhängigkeit bleibt
Die Zahlen unterstreichen allerdings, wie stark Sanofi an einem einzigen Präparat hängt. Der Patentschutz für Dupixent läuft Anfang des nächsten Jahrzehnts aus. Im Sommer hatte der Konzern das Umsatzziel für 2030 auf 25 Milliarden Euro angehoben.
Garijo formuliert die Priorität klar: Die Erträge sollen auch nach dem Verlust der Exklusivität gesichert werden. Dafür stoppte sie die Entwicklung mehrerer Medikamente, die sie als aussichtslos einstuft, und tauschte den Spitzenmanager für Forschung und Entwicklung aus. Ob der Umbau der Pipeline die Lücke nach Dupixent schließen kann, entscheidet sich erst in den kommenden Jahren.
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