Sanofi Aktie: Jefferies sieht Spielraum für höhere Jahresziele

Jefferies erwartet mögliche Umsatzimpulse durch Dupixent; JPMorgan setzt auf bestätigte Jahresziele, während Sanofi Zukäufe prüfen muss.

Die Kernpunkte:
  • Sanofi meldete ein Kursplus von 1,6 Prozent
  • Jefferies erwartet leicht höhere Jahresziele
  • JPMorgan hält an neutraler Bewertung fest
  • Jefferies sieht 20 bis 30 Milliarden Euro Übernahmespielraum

Die anstehenden Quartalszahlen von Sanofi am 30. Oktober rücken zunehmend in das Blickfeld der Marktteilnehmer. Nach einer verhaltenen Kursentwicklung im bisherigen Börsenjahr verzeichnete das Papier im gestrigen Handel ein Plus von 1,6 % auf 71,59 Euro.

Im Vorfeld der Zwischenbilanz diskutieren Analysten vor allem zwei Themen: das kurzfristige Überraschungspotenzial im operativen Geschäft und die langfristige Strategie gegen drohende Erlöslücken.

Jefferies stellt Anhebung der Jahresziele in Aussicht

Analyst Michael Leuchten von Jefferies rechnet damit, dass der Pharmakonzern die Erwartungen für das dritte Quartal moderat übertreffen wird. Den Quartalsumsatz sieht Leuchten ein Prozent über dem Marktkonsens. Getrieben werde diese Entwicklung vor allem durch das Immunologie-Medikament Dupixent, dessen Erlöse die Schätzungen um vier Prozent schlagen könnten.

Starke Verkäufe des Antikörpers dürften die anhaltende Schwäche in der Impfstoffsparte ausgleichen. Nach Einschätzung des Analysten könnte dieser Rückenwind dem Management ausreichend Spielraum verschaffen, um den Umsatzausblick für das Gesamtjahr leicht anzuheben. Jefferies bestätigte die Einstufung mit „Buy“ und einem Kursziel von 100 Euro.

JPMorgan bleibt vor Zahlenveröffentlichung vorsichtig

Zurückhaltender positioniert sich Richard Vosser von JPMorgan. Er stuft die Aktie weiterhin mit „Neutral“ und einem Kursziel von 95 Euro ein. Vosser rechnet bei der Vorlage der Zwischenbilanz ebenfalls mit einem soliden Quartalsergebnis. Eine Bestätigung der Jahresziele sollte nach seiner Einschätzung genügen, um die bestehenden Konsensschätzungen am Markt abzusichern.

Die unterschiedlichen Einschätzungen spiegeln die übergeordnete Debatte wider: Während das Tagesgeschäft stabil verläuft, fordern Investoren Klarheit darüber, wie Sanofi künftige Patentabläufe ausgleichen will.

Patentablauf erhöht Druck zu Zukäufen

Im Mittelpunkt der mittelfristigen Konzernstrategie steht das Jahr 2031, in dem der Patentschutz für das Schlüsselmedikament Dupixent ausläuft. Der vor gut einer Woche vereinbarte Ausbau der Immunologie-Partnerschaft mit Regeneron – seither legte die Aktie um 1,3 % zu – gilt als erster Schritt zur langfristigen Absicherung der Pipeline.

Um die Produktpalette rechtzeitig mit weit fortgeschrittenen Entwicklungskandidaten zu verstärken, werden jedoch zusätzliche Übernahmen als notwendig erachtet.

Die bilanzielle Ausgangslage bietet dafür erheblichen Spielraum. Jefferies beziffert die Finanzierungskapazität für Firmenübernahmen auf 20 bis 30 Milliarden Euro, gestützt durch einen jährlichen operativen Cashflow von rund 10 Milliarden Euro. Diese finanzielle Flexibilität verschafft Sanofi den nötigen Handlungsspielraum, um das Portfolio noch vor dem Verlust der Exklusivrechte gezielt auszubauen.

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