Sanofi Aktie: Konkurrenz für Blockbuster rückt näher

JPMorgan schätzt mögliche Umsatzeinbußen durch Patentabläufe von 2030 bis 2035 auf 17,3 Milliarden Euro.

Die Kernpunkte:
  • Karl-Anthony Towns wirbt für Nuvaxovid
  • Pfizer bereitet Vergleichsstudien zu Dupixent vor
  • JPMorgan beziffert mögliche Patentverluste
  • Sanofi-Aktie verliert am Freitag 3,5 Prozent

Sanofi forciert die Vermarktung seines Corona-Impfstoffs in den Vereinigten Staaten über prominente Unterstützung. Gestern gab das Pharmaunternehmen eine Partnerschaft mit NBA-Champion Karl-Anthony Towns bekannt, der als bezahlter Sprecher in digitalen und sozialen Medien über Schutzimpfungen und das Vakzin Nuvaxovid aufklären soll. Die Initiative zielt darauf ab, insbesondere Risikogruppen anzusprechen und zu Gesprächen mit medizinischem Fachpersonal zu ermutigen.

Das Präparat ist das einzige von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassene proteinbasierte Nicht-mRNA-Vakzin gegen COVID-19. Die Zulassung gilt für Erwachsene ab 65 Jahren sowie für Jugendliche und jüngere Personen ab 12 Jahren mit Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe aufweisen. Sanofi besitzt die Zulassungen in den USA, der Europäischen Union sowie Großbritannien.

Wachsende Konkurrenz für den Kassenschlager

Während der Konzern im Impfstoffbereich neue Akzente setzt, formiert sich mittelfristig Druck auf das wichtigste Standbein des Unternehmens. Der US-Konkurrent Pfizer stellte kürzlich Phase-II-Daten für seinen Antikörper-Wirkstoff Tilrekimig bei atopischer Dermatitis vor und bereitet Phase-III-Studien vor, die einen direkten Wirkungsvergleich mit Dupilumab beinhalten. Damit rückt ein potenzieller Rivale für Sanofis Blockbuster Dupixent näher, der das Immunologie-Segment des französischen Konzerns dominiert. Entsprechend aufmerksam verfolgen Marktteilnehmer jeden klinischen Fortschritt möglicher Wettbewerber.

Der drohende Konkurrenzkampf trifft auf eine anspruchsvolle Übergangsphase. Neben neuen Mitbewerbern zeichnen sich zum Ende des Jahrzehnts Belastungen durch auslaufende Patente ab, die das Unternehmen durch neue Wirkstoffkandidaten ausgleichen muss. Entsprechend hoch ist der Erfolgsdruck auf die klinische Entwicklung, um künftige Erlöslücken rechtzeitig zu schließen.

Langfristige Patentrisiken belasten die Stimmung

Wie gravierend diese Lücken ausfallen könnten, verdeutlicht eine Einschätzung von JPMorgan: Das Analysehaus beziffert die potenziellen Erlöseinbußen für Sanofi durch Patentabläufe zwischen 2030 und 2035 auf 17,3 Milliarden Euro.

Um die eigene Pipeline zu stärken, vereinbarte der Konzern eine erweiterte Partnerschaft mit Regeneron zur gemeinsamen Erforschung neuer Antikörper, bei denen Barclays jedoch auf den noch frühen Entwicklungsstand der Wirkstoffe hinwies.

An den Finanzmärkten überwog zum Wochenschluss die Skepsis gegenüber den langfristigen Aussichten des Pharmakonzerns. Die Kombination aus heraufziehender Konkurrenz für das Spitzenpräparat und den langen Entwicklungszyklen neuer Hoffnungsträger drückte auf die Stimmung der Anleger.

Die Sanofi-Aktie beendete den Handel am Freitag mit einem Minus von 3,5 Prozent bei 70,65 Euro. Mit diesem Kursrückgang verringerte sich der Abstand zum 52-Wochen-Tief auf lediglich 0,4 Prozent.

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