Sanofi Aktie: Lieferengpässe bei Myozyme und Nexviazyme
Fertigungsmängel in Irland verzögern Pompe-Medikamente. Sanofi bestätigt monatelange Engpässe, trotz starker Quartalszahlen und angehobener Jahresprognose.

- FDA-Warning Letter nach Inspektion
- Monatelange Lieferengpässe erwartet
- Umsatzplus von 17,8 Prozent
- Prognose für 2026 angehoben
Der Pharmakonzern Sanofi sieht sich mit erheblichen Lieferverzögerungen bei wichtigen Medikamenten zur Behandlung von Morbus Pompe konfrontiert. Berichten von STAT News und Vesper News zufolge führen Fertigungsdefekte am Standort Waterford in Irland zu Engpässen bei den Präparaten Myozyme und Nexviazyme.
An der Börse reagierten die Anleger verhalten: Die Sanofi-Aktie notiert heute bei 76,13 Euro, was einem leichten Rückgang von 0,3 Prozent entspricht. Damit summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf 8,2 Prozent.
Fertigungsdefekte im Werk Waterford belasten die Versorgung
Die aktuellen Schwierigkeiten resultieren aus Problemen bei der Chargenfreigabe und der Qualitätskontrolle im irischen Werk. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, handelt es sich nicht um einen Mangel an Wirkstoffen, sondern um prozessuale Hürden in der finalen Fertigung.
Hintergrund ist ein Warning Letter der US-Gesundheitsbehörde FDA (CBER 26-728681), der bereits am 22. Juni nach einer Inspektion zu Beginn des Jahres ausgestellt wurde. In diesem Schreiben wurden Mängel in der Produktionsstätte gerügt.
Die International Pompe Association (IPA) und weitere Patientengruppen äußerten sich besorgt über die Situation. Da Morbus Pompe eine seltene, fortschreitende Muskelerkrankung ist, könnten Therapieunterbrechungen zu irreversiblen Muskelschäden führen.
Sanofi bestätigte am vergangenen Freitag, dass die Engpässe je nach Land und Lagerbestand variieren und die Störungen voraussichtlich noch einige Monate andauern werden. Um die Auswirkungen zu minimieren, steht das Unternehmen im engen Austausch mit Patientenorganisationen und Behörden.
Starke Quartalszahlen und personeller Umbau
Trotz der operativen Probleme in der Fertigung blickt Sanofi auf ein finanziell erfolgreiches zweites Quartal zurück. Vor rund zwei Wochen meldete der Konzern einen Umsatzanstieg auf 11,597 Milliarden Euro, was einem wechselkursbereinigten Zuwachs von 17,8 Prozent entspricht.
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im selben Zeitraum um 33,3 Prozent auf 2,09 Euro. Getrieben wurde diese Entwicklung maßgeblich durch den Verkaufsschlager Dupixent, dessen Erlöse um mehr als ein Drittel zulegten.
Aufgrund dieser Dynamik hob Sanofi Ende Juli die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Das Management erwartet nun ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von rund 10 Prozent, nachdem zuvor lediglich ein Anstieg im hohen einstelligen Bereich in Aussicht gestellt worden war.
Gleichzeitig wurde jedoch Ende Juli die Entscheidung getroffen, die Entwicklung des Wirkstoffs Amlitelimab zur Behandlung von Neurodermitis einzustellen. Das Unternehmen kam zu dem Schluss, dass das Medikament keinen signifikanten Fortschritt gegenüber dem aktuellen Standard bieten würde.
Flankiert wird die geschäftliche Entwicklung von einem Umbau der Führungsebene, der zum 1. September wirksam wird. Paulo Fontoura wird als neuer Leiter der Pharma-Forschung und -Entwicklung zum Executive Committee stoßen. Zudem verlässt der langjährige General Counsel Roy Papatheodorou das Unternehmen, seine Nachfolge tritt Jamie Haney an.
Gestern gab Sanofi zudem routinemäßig aktuelle Stimmrechtsanteile und die Gesamtzahl der Aktien bekannt. Das Papier liegt mit dem aktuellen Kursniveau weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 13. November 2025 bei 90,46 Euro markiert wurde.
Sanofi-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Sanofi-Analyse vom 15. August liefert die Antwort:
Die neusten Sanofi-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Sanofi-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Sanofi: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




