Sanofi Aktie: Spatenstich für Insulinfabrik
Die Frankfurter Anlage soll Europas Insulinversorgung stärken; der Produktionsstart ist nach Erhalt aller Genehmigungen für 2032 vorgesehen.

- Neubau ersetzt bestehende Insulinanlage
- EU genehmigte 400 Millionen Euro Beihilfen
- Mindestens 1,1 Tonnen Jahresproduktion vorgesehen
- Mehr als 4.000 Höchster Jobs betroffen
Sanofi baut in Frankfurt eine neue Insulinfabrik und investiert dafür rund zwei Milliarden Euro. Beim heutigen Spatenstich im Industriepark Höchst ging es um mehr als einen Neubau: Die Anlage soll die Insulinversorgung Europas langfristig absichern.
Ersatz für die bestehende Anlage
Die neue Fabrik entsteht auf 36.000 Quadratmetern, was etwa fünf Fußballfeldern entspricht. Sie soll eine bestehende Insulinanlage ersetzen und auf hohe Automatisierung sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Produktion und Qualitätskontrolle setzen. Die volle Produktion des Insulinwirkstoffs ist für 2032 geplant, sobald alle Genehmigungen vorliegen. Danach soll sie zu den größten und modernsten Insulinstandorten Europas zählen.
Konzernchefin Belén Garijo sprach von einer Investition in die nächste Generation der Insulinproduktion in Europa. Sie knüpfte daran eine Forderung: Die richtigen Rahmenbedingungen für Investitionen und Innovation seien entscheidend für Europas Wettbewerbsfähigkeit.
Staatshilfe als Voraussetzung
Ohne öffentliche Unterstützung wäre das Projekt offenbar nicht zustande gekommen. Im September gab die EU-Kommission grünes Licht für staatliche Beihilfen von 400 Millionen Euro, die Bund, Land Hessen und Stadt Frankfurt gewähren. Nach früheren EU-Angaben hätte Sanofi den deutschen Standort sonst geschlossen.
Dafür gibt es Auflagen. Nach früheren Angaben soll die Anlage zunächst jährlich mindestens 1,1 Tonnen Insulin herstellen. Sanofi muss zudem eine Tonne Wirkstoff bevorraten und bei Engpässen die europäischen Märkte bevorzugt beliefern.
Der Standort ist strategisch bedeutsam. Es ist die einzige Produktionsstätte für Humaninsulin im Europäischen Wirtschaftsraum, und nur ein weiterer Insulinproduzent ist dort aktiv: Novo Nordisk in Dänemark. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein verwies auf die europäische Souveränität und geringere Abhängigkeit von Drittstaaten.
Tausende Jobs hängen daran
Für Frankfurt ist das Projekt auch arbeitsmarktpolitisch wichtig. Mehr als 4.000 der 6.500 Sanofi-Arbeitsplätze in Höchst hängen an der Insulinproduktion. Der Standort deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Wirkstoffherstellung über Abfüllung und Pens bis zur Verpackung. Von dort werden rund 15 Millionen Patienten beliefert.
Oberbürgermeister Mike Josef nannte die Investition ein extrem wichtiges Signal für den Pharma- und Industriestandort und sagte weitere Unterstützung zu. Für Sanofi bedeutet das Projekt langfristige Planungssicherheit im Insulingeschäft. Erste Impulse für die Bilanz sind jedoch kaum zu erwarten, denn die volle Produktion läuft erst 2032 an.
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