Sanofi Aktie: Waterford-Probleme bremsen Myozyme

Sanofi erhält gemischte Analystenurteile: Deutsche Bank sieht Kurspotenzial, UBS bleibt neutral. Produktionsengpässe in Irland trüben die Lage.

Die Kernpunkte:
  • Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung
  • UBS bleibt bei neutraler Einstufung
  • Lieferverzögerungen bei Pompe-Medikamenten
  • Aktie steigt leicht über 78 Euro

Der Pharmakonzern Sanofi steht am heutigen Mittwoch im Fokus unterschiedlicher Analysteneinschätzungen, während gleichzeitig operative Hürden in der Produktion bekannt wurden. Während eine Großbank massives Aufwärtspotenzial sieht, mahnt ein anderes Institut zur Zurückhaltung. Zudem belasten technische Schwierigkeiten in einem irischen Werk die Lieferfähigkeit bei spezialisierten Medikamenten für seltene Erkrankungen.

Konträre Expertenmeinungen zur Bewertung

Analyst Emmanuel Papadakis von Deutsche Bank Research bestätigte heute seine Einstufung für Sanofi auf „Buy“ mit einem Kursziel von 95 Euro. Er stützt seine positive Haltung unter anderem auf die Auswertung aktueller wöchentlicher Verschreibungsdaten, die eine solide Marktdynamik widerspiegeln. Damit trauen die Experten der Aktie einen deutlichen Sprung über das aktuelle Kursniveau zu.

Dem steht die Einschätzung von UBS gegenüber. Analyst Colin White belässt das Papier auf „Neutral“ und beziffert das Kursziel auf 78 Euro. Im Zentrum des Interesses steht für die Schweizer Großbank der Antikörper-Wirkstoff Lunsekimig, der gegen Asthma und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) eingesetzt wird. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung sei hierbei die Effektivität des Mittels im direkten Vergleich zum Wettbewerberprodukt Tezspire.

Produktionsschwierigkeiten im Werk Waterford

Abseits der Analystenbewertungen sorgen Berichte über Engpässe bei den Medikamenten Myozyme und Nexviazyme für Aufmerksamkeit. Die Präparate zur Behandlung der Pompe-Krankheit leiden unter Lieferverzögerungen, die auf Qualitätsprobleme im Werk Waterford in Irland zurückzuführen sind.

Solche Produktionsstörungen im Bereich der Orphan-Drugs können die Marktposition kurzfristig beeinträchtigen, da Patienten auf eine lückenlose Versorgung angewiesen sind.

Diese operativen Herausforderungen treffen auf ein Unternehmen, das sich durch strategische Partnerschaften für die Zukunft aufstellt. Ein Beispiel ist das gemeinsame Programm mit Novavax für Kombinationsimpfstoffe gegen COVID-19 und Influenza.

Rückblickend verliefen die letzten drei Jahre für Anleger eher verhalten: Die Aktie verzeichnete in diesem Zeitraum ein Minus von rund 10,5 Prozent. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 23,6 liegt der Wert zudem leicht über dem Branchenschnitt von 21,7.

Aktie stabilisiert sich über kurzfristigen Durchschnitten

An der Börse zeigt sich der Titel am Mittwoch stabil und notiert bei 78,43 Euro, was einem Zuwachs von 1,0 Prozent entspricht. Damit kann sich das Papier weiter von seinem 50-Tage-Durchschnitt absetzen, der aktuell bei 75,60 Euro verläuft; der Kurs liegt damit 3,7 Prozent über dieser charttechnisch beachteten Marke.

Trotz dieser kurzfristigen Erholung bleibt eine Lücke zum bisherigen Jahresbestwert bestehen. Vom 52-Wochen-Hoch, das am 13. November des Vorjahres bei 90,46 Euro markiert wurde, trennt den Kurs derzeit noch ein Abstand von minus 13 Prozent.

Die jüngste Aufwärtsbewegung folgt auf eine positive Phase: Vor rund zwei Wochen sorgte die Zulassung der Indikationserweiterung für MenQuadfi für einen Kursanstieg von 5,8 Prozent, nachdem bereits vor gut drei Wochen die Anhebung der Jahresziele das Papier um 8,2 Prozent beflügelt hatte.

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