Sanofi Aktie: Zwei Zulassungen, ein Wermutstropfen

Sanofi erhält EU-Zulassung für MS-Mittel Cenrifki und japanische Genehmigung für Wayrilz. Ein Erfolg nach früheren Rückschlägen.

Die Kernpunkte:
  • EU-Zulassung für MS-Medikament Cenrifki
  • Japan genehmigt Blutermittel Wayrilz
  • FDA hatte Cenrifki zuvor abgelehnt
  • Marktstart in Deutschland für 2026 geplant

Sanofi hat heute gleich auf zwei Fronten regulatorische Erfolge erzielt. Die Europäische Kommission hat das MS-Medikament Cenrifki zugelassen — und aus Japan kommt grünes Licht für Wayrilz gegen eine seltene Bluterkrankung. Für ein Pharmaunternehmen, das zuletzt Rückschläge kassiert hat, ist das ein bemerkenswerter Tag.

Cenrifki: Europas Ja nach Amerikas Nein

Cenrifki — während der Entwicklung unter dem Namen Tolebrutinib bekannt — darf in der EU künftig zur Behandlung der sekundär progredienten Multiplen Sklerose eingesetzt werden. Konkret: für Erwachsene, bei denen die Erkrankung sich schleichend verschlechtert, ohne dass Schübe auftreten. Gestützt wird die Zulassung auf die Phase-3-Studie HERCULES, die eine signifikante Verlangsamung der Behinderungsprogression nachwies. Ergänzende Daten aus zwei weiteren Studien bei schubförmiger MS flossen ebenfalls ein.

Der Kontext macht die Meldung pikant. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte den Antrag für dasselbe Medikament im Dezember 2025 abgelehnt — mit der Begründung, ein günstiges Nutzen-Risiko-Profil sei nicht erkennbar. Europa sieht das anders. Sanofi plant den Marktstart in Deutschland noch in diesem Jahr.

Wayrilz erhält Zulassung in Japan

Parallel dazu hat das japanische Gesundheitsministerium Wayrilz (rilzabrutinib) für die Behandlung der Immunthrombozytopenie zugelassen — einer seltenen Erkrankung, bei der das Immunsystem die Blutplättchen angreift. Wayrilz ist ein oraler BTK-Inhibitor, der mehrere Immunpathways gleichzeitig adressiert.

Grundlage war die Phase-3-Studie LUNA 3: 23 Prozent der Patienten im Wayrilz-Arm erreichten eine anhaltende Plättchenantwort nach 25 Wochen, verglichen mit null Prozent in der Placebogruppe. Das Medikament ist damit nun in fünf Märkten zugelassen — neben Japan auch in den USA, der EU, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Für Sanofi fügen sich beide Meldungen in eine breitere Strategie ein: das Immunologie-Portfolio international auszubauen, während Dupixent als Blockbuster das Fundament hält. Cenrifki adressiert ein bislang schlecht versorgtes MS-Stadium — wie groß das kommerzielle Potenzial tatsächlich ist, wird der deutsche Marktstart in der zweiten Jahreshälfte 2026 zeigen.

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