Sanofi, ING, BASF: Drei EuroStoxx-Dividenden für die private Aktienrente

Drei EuroStoxx-Titel aus Pharma, Bank und Chemie bieten attraktive Dividendenrenditen für den privaten Vermögensaufbau zur Altersvorsorge.

Die Kernpunkte:
  • Sanofi mit über 5% Dividendenrendite
  • ING Groep schüttet halbjährlich aus
  • BASF sichert Dividende bis 2028 zu
  • Breite Branchenstreuung für Rentenportfolio

Während die Bundesregierung an ihrem Generationenkapital feilt, können Anleger die Logik der Aktienrente längst selbst umsetzen. Drei EuroStoxx-Titel aus völlig unterschiedlichen Branchen liefern dafür die Bausteine: ein Pharma-Aristokrat mit Wachstumsmotor, eine Digitalbank mit halbjährlicher Ausschüttung und ein Chemiegigant mitten im Umbau.

Die Rentenkommission soll bis Sommer 2026 Vorschläge für einen tiefgreifenden Umbau aller drei Säulen der Altersvorsorge vorlegen. Wer nicht ausschließlich auf den staatlichen Fonds vertrauen möchte, findet im EuroStoxx eine starke Auswahl — ohne Währungsrisiko und mit attraktiven Renditen. Sanofi, ING Groep und BASF stehen dabei an entscheidenden strategischen Wendepunkten.

Sanofi: Europas Dividenden-Aristokrat mit Dupixent-Rückenwind

Seit 25 Jahren hat Sanofi die Dividende nicht gesenkt. In Folge wurde sie 25-mal angehoben — ein Rekord, der den Pharmakonzern zu einem der wenigen europäischen Dividenden-Aristokraten macht. Für das Geschäftsjahr 2025 fließen 4,12 Euro je Aktie an die Aktionäre. Bei einem aktuellen Kurs von rund 78 Euro ergibt sich eine Dividendenrendite von über fünf Prozent.

Das operative Geschäft untermauert diese Ausschüttungspolitik. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Nettoumsätze um 13,6 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro und übertrafen damit die Konsenserwartungen. Der Wachstumsmotor heißt Dupixent: Der Blockbuster legte um 30,8 Prozent auf 4,17 Milliarden Euro zu und überschritt damit bereits im dritten Quartal in Folge die Vier-Milliarden-Marke.

Ein Führungswechsel markiert den Beginn einer neuen Ära. Belén Garijo übernahm gestern den CEO-Posten von Paul Hudson. Unter ihrer Leitung soll eine Drei-Säulen-Strategie den Wert von Dupixent über den Patentablauf 2031 hinaus sichern — darunter eine Vierwochendosierung, für die klinische Studien in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten sollen.

Mit einem KGV von 8,01 und einem KGVe von 9,66 für 2026 ist Sanofi im Branchenvergleich günstig bewertet. Für das laufende Jahr erwartet das Management ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich bei schneller steigendem Gewinn je Aktie. Die seltene Kombination aus hoher laufender Rendite und nachgewiesenem Dividendenwachstum über Jahrzehnte macht die Aktie zum natürlichen Baustein einer privaten Aktienrente. Das Klumpenrisiko durch die Abhängigkeit von Dupixent bleibt allerdings ein Faktor, den langfristige Anleger im Blick behalten sollten.

ING Groep: Digitalbank mit halbjährlichem Cashflow

Die niederländische ING Groep ergänzt das Portfolio um ein zyklischeres Profil — und eine Besonderheit: die halbjährliche Ausschüttung sorgt für einen regelmäßigeren Cashflow als bei vielen europäischen Konkurrenten.

Auf der Hauptversammlung am 14. April wurde für 2025 eine Dividende von 1,09 Euro je Aktie beschlossen, ein Plus von 2,83 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kam eine Sonderdividende von 0,16 Euro. Inklusive Sonderausschüttungen liegt die Dividendenrendite bei beachtlichen 8,30 Prozent. Für 2026 prognostizieren Analysten eine Erhöhung der regulären Dividende auf 1,23 Euro je Aktie.

Die jüngste Bilanz zeigt ein gemischtes Bild. Der Jahresüberschuss 2025 sank um ein Prozent auf 6,33 Milliarden Euro, wobei das vierte Quartal mit einem Gewinnsprung von 22 Prozent für eine starke Schlussnote sorgte. Der Zinsüberschuss ging leicht zurück, wurde aber durch steigende Provisionseinnahmen mehr als kompensiert — die Gesamterträge kletterten auf gut 23 Milliarden Euro.

Bankchef van Rijswijk hat ambitionierte Ziele formuliert:

  • 2026: Rendite auf das materielle Eigenkapital von mehr als 14 Prozent
  • 2027: Steigerung auf über 15 Prozent
  • Dividendenpolitik: Halbjährliche Ausschüttung mit wachsender Tendenz

Das positioniert ING klar über dem europäischen Bankendurchschnitt. Mit einem KGV von 11,35 und einer Börsenbewertung von knapp 69 Milliarden Euro ist die Aktie solide bepreist. Der Kurs notiert bei 24,17 Euro deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Das Bankgeschäft bleibt konjunkturabhängig, und steigende Kreditausfallrückstellungen waren bereits 2025 ein belastender Faktor. Für ein Rentendepot liefert ING dennoch einen wertvollen Beitrag: regelmäßigen Cashflow aus einer der am stärksten digitalisierten Banken Europas.

BASF: Chemiegigant zwischen Dividendenboden und Turnaround

Heute ist ein historischer Tag für BASF-Aktionäre. Im Congress Center Rosengarten in Mannheim stimmt die Hauptversammlung über zwei richtungsweisende Punkte ab: die Ausgliederung der Agrarsparte in ein eigenständiges Unternehmen und eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie.

Die Kürzung von 3,40 auf 2,25 Euro im Vorjahr war ein Einschnitt — ein Minus von 34 Prozent. BASF hat jedoch eine klare Untergrenze gezogen: Bis mindestens 2028 sollen jährlich mindestens 2,25 Euro fließen. Bei einem Kurs von rund 54 Euro ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 4,13 Prozent. Der langfristige Fünfjahresdurchschnitt liegt bei 5,80 Prozent.

Strategisch steckt BASF mitten im größten Konzernumbau seit Jahrzehnten. Die Ausgliederung der Sparte Agricultural Solutions soll den Weg für einen Börsengang an der Frankfurter Börse 2027 ebnen. Parallel treibt der Konzern den Verkauf des Coatings-Geschäfts voran, aus dem im zweiten Quartal ein Mittelzufluss von rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern erwartet wird. Das laufende Aktienrückkaufprogramm hat bis Mitte März bereits 789 Millionen Euro erreicht — von insgesamt bis zu 1,5 Milliarden Euro bis Juni 2026.

Die operative Realität bleibt herausfordernd. Der Heimatstandort Ludwigshafen schreibt das vierte Jahr in Folge rote Zahlen. Vorstandschef Markus Kamieth bezeichnete 2026 als „weiteres Übergangsjahr“ mit „deutlichem Gegenwind“. Seit Jahresbeginn hat die Aktie dennoch über 20 Prozent zugelegt — getrieben von der Hoffnung auf den Turnaround und einem überraschenden Faktor: Die US-Zollpolitik hat europäischen Chemiekonzernen Wettbewerbsvorteile auf dem Heimatmarkt verschafft, da chinesische Konkurrenten an Boden verlieren.

Die eigentliche Chance liegt weniger in einer schnellen Dividendenerhöhung als in der Kombination aus solider Basisrendite und langfristigem Erholungspotenzial.

Drei Sektoren, ein Vorsorgegedanke

Pharma, Finanzdienstleistungen, Chemie — die Mischung ist kein Zufall. Wer das Prinzip des Generationenkapitals privat nachbilden will, braucht Diversifikation über Branchen und Konjunkturzyklen hinweg.

Sanofi steht für Wachstum und Dividendenkontinuität über Jahrzehnte. ING ergänzt das Portfolio mit einem zinsabhängigeren Profil und halbjährlichen Ausschüttungen. BASF bringt Substanz und die Aussicht auf wieder steigende Gewinne, sobald der Konzernumbau greift. Wer Geduld mitbringt, könnte am Ende doppelt profitieren — von operativer Erholung und wachsenden Ausschüttungen.

Ab Mitte der 2030er-Jahre sollen jährlich durchschnittlich zehn Milliarden Euro aus dem staatlichen Generationenkapital an die Rentenversicherung fließen. Ob der Fonds dieses Ziel tatsächlich erreicht, bleibt politisch und wirtschaftlich offen. Ein privates Dividendenportfolio mit EuroStoxx-Titeln folgt derselben Logik — mit einem entscheidenden Unterschied: Anleger behalten selbst die Kontrolle über Zusammensetzung, Timing und Reinvestition. Für den langfristigen Vermögensaufbau im Sinne der Altersvorsorge bleibt dieser Ansatz einer der direktesten Wege, das Versprechen der Aktienrente in die eigene Hand zu nehmen.

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