SAP: 1,8 Millionen Aktien in einer Woche

SAP erwirbt weitere eigene Aktien, während Übernahmegespräche bei Workday die Softwarebranche bewegen und den Kurs am Montag stützen.

Die Kernpunkte:
  • SAP kauft 1.823.857 eigene Aktien
  • Aktie gewinnt 5,6 Prozent
  • Workday-Gerüchte beleben Branchenspekulationen
  • 19 Sicherheitsmeldungen veröffentlicht

SAP hat in der Woche vom 7. bis 11. September insgesamt 1.823.857 eigene Aktien über Xetra zurückgekauft. Das teilte der Softwarekonzern am Montag im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms mit. Die Meldung reiht sich in eine Serie regelmäßiger Rückkaufmitteilungen ein, wie sie SAP seit Wochen wöchentlich veröffentlicht.

Auffällig ist der zeitliche Zusammenfall mit einer deutlichen Kursbewegung: Am Montag legte die SAP-Aktie um 5,6 Prozent zu und schloss bei 188,30 Euro. Ein unmittelbarer, eindeutig belegter Auslöser für diesen Sprung lässt sich aus den vorliegenden Informationen zur Rückkaufmeldung selbst nicht ableiten – das Volumen liegt in etwa im Rahmen früherer Wochen und dürfte den Kurs allein kaum bewegt haben.

Branchenfantasie durch Übernahmegerüchte

Einen naheliegenderen Erklärungsansatz liefert ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, über den das Manager Magazin berichtete: Demnach verhandelt der Finanzinvestor Silver Lake über die Übernahme des US-Softwareanbieters Workday.

SAP selbst ist an diesen Gesprächen nicht beteiligt, weder als Käufer noch als Zielunternehmen. Dennoch befeuerte die Nachricht laut Manager Magazin die Fantasie in der gesamten Softwarebranche und könnte auch bei SAP-Anlegern die Bereitschaft erhöht haben, auf weitere Konsolidierung und höhere Bewertungen im Sektor zu setzen.

Für Anleger bedeutet das: Die Kursbewegung speist sich vermutlich aus einer Mischung aus Branchensentiment und dem fortlaufenden Rückkaufprogramm, ohne dass SAP selbst am Montag eine eigene kursrelevante Unternehmensnachricht veröffentlicht hätte.

Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 13 Prozent zeigt, dass der jüngste Anstieg die kurzfristige Erholungsbewegung seit dem Sommer bestätigt, auch wenn die Aktie von ihrem 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober 2025 noch deutlich entfernt bleibt.

Operatives Geschäft läuft im Hintergrund weiter

Abseits der Kursbewegung setzt SAP sein operatives Geschäft fort. Der Rüstungskonzern Lockheed Martin baut seine Workforce-Transformation mit SAP-SuccessFactors-Lösungen aus, wie SAP mitteilte – eine Partnerschaft, die vor gut einem Monat bekannt wurde und seither von einem deutlich schwächeren Aktienkurs begleitet war. Anfang September hatte zudem die Technologiegruppe HARTING einen langfristigen Vertrag mit SAP geschlossen.

Auch sicherheitstechnisch bleibt SAP aktiv: Am Patch Day vor gut einer Woche veröffentlichte der Konzern 19 Security Notes, darunter vier als kritisch eingestufte Schwachstellen für SAP-Produkte. Solche monatlichen Updates gehören zum Routinegeschäft und dürften die Kursentwicklung kaum beeinflusst haben.

Am heutigen Dienstag richtet SAP in Zürich den SAP Connect Day für Consumer Products & Retail aus. Die Veranstaltung richtet sich an Kunden aus Handel und Konsumgüterindustrie und dürfte eher mittelfristig als unmittelbar auf die Aktie wirken.

Für kurzfristig orientierte Anleger bleibt damit die entscheidende Frage, ob sich die Rally vom Montag als nachhaltige Trendwende erweist oder ob sie – getragen von Branchenfantasie ohne SAP-eigenen Nachrichtenkern – rasch wieder abebbt.

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