SAP: 2,9 Millionen Aktien für 488 Millionen

SAP kaufte Anfang August fast 2,9 Millionen eigene Aktien für 487,6 Millionen Euro. Der Kurs liegt inzwischen deutlich über dem Einkaufsniveau, Analysten sehen weiteres Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Fast 2,9 Mio. Aktien zurückgekauft
  • Durchschnittskurs bei 169,72 Euro
  • Kurs seitdem auf 180,96 Euro gestiegen
  • Analysten sehen Kursziel bei 202 Euro

SAP hat in der ersten Augustwoche fast drei Millionen eigene Aktien eingesammelt – zu Kursen deutlich unter dem heutigen Niveau. Der Softwarekonzern legte am heutigen Dienstag die zweite Zwischenmeldung zu seinem laufenden Rückkaufprogramm vor und liefert damit den Beleg, wie günstig sich das Unternehmen selbst zuletzt einkaufen konnte.

Zweite Zwischenmeldung: 487 Millionen Euro für eigene Aktien

Zwischen dem 3. und dem 7. August erwarb SAP insgesamt 2.894.099 Aktien über die Börse Xetra. Der täglich gewichtete Durchschnittskurs lag bei 169,72 Euro, das aggregierte Volumen erreichte rund 487,6 Millionen Euro.

Am günstigsten kaufte der Konzern gleich zu Wochenbeginn ein: Am 3. August gingen 711.000 Aktien zu 165,06 Euro über den Tisch, tags darauf weitere 616.250 Stück zu 165,95 Euro. Erst zum Ende der Woche zog der Preis auf 176,66 Euro an.

Damit liegt der aktuelle Kurs von 180,96 Euro spürbar über dem Durchschnittspreis der Rückkaufwoche. Für SAP bedeutet das: Das Programm ist bereits deutlich im Plus – ein Effekt, den Anleger als weiteres Indiz für die Kurserholung der vergangenen Wochen werten dürfen.

KI-Sorgen treten in den Hintergrund

Diese Erholung speist sich aus mehreren Quellen. Vor gut einer Woche stellten EU-Kommission und Bundeskartellamt ihre Vorermittlungen gegen SAP ein, seither hat die Aktie um rund 7 Prozent zugelegt.

Vor rund zwei Wochen schloss der Konzern die Übernahmen von Dremio und Prior Labs ab, seither steht ein Kursplus von 20,3 Prozent zu Buche. Und vor gut einer Woche bestätigten die Cloud-Zahlen zum zweiten Quartal mit einem Umsatzplus von 24 Prozent die Wachstumsstory – ebenfalls begleitet von einem Kursgewinn von 7 Prozent seither.

Nun scheint sich zusätzlich die Stimmung rund um SAPs KI-Investitionen zu drehen. Der Broker LYNX konstatiert, die Sorgen der Anleger vor den hohen Investitionskosten in Künstliche Intelligenz seien mittlerweile weitgehend abgeklungen. Das ist bemerkenswert, denn SAP hatte die Gewinnprognose für das laufende Jahr wegen eben dieser Investitionen zuletzt leicht gesenkt, während die Cloud-Umsatzprognose 2026 bestätigt blieb. Offenbar überwiegt am Markt inzwischen die Wachstumsperspektive den kurzfristigen Margendruck.

Analysten sehen weiteres Potenzial – Charttechnik zeigt Überhitzung

Der Analystenkonsens siedelt das Kursziel für SAP bei rund 202 Euro an; nach Einschätzung mancher Analysten dürfte das Potenzial sogar noch darüber liegen. Charttechnisch gilt die Marke von 180 Euro als Schlüsselniveau: Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte den Weg in Richtung 200 Euro ebnen, während bei 166 Euro eine Unterstützung verläuft – nicht zufällig nahe dem Preis, zu dem SAP selbst in der ersten Augustwoche eingekauft hat.

Zur Vorsicht mahnt allerdings die kurzfristige Charttechnik. Der 14-Tage-RSI steht bei 76 und signalisiert eine überkaufte Aktie nach der jüngsten Rally. Zum 52-Wochen-Hoch, das SAP im vergangenen Jahr markiert hatte, fehlen der Aktie trotz der Erholung weiterhin rund 28 Prozent – die aktuelle Stärke bedeutet also noch keine Rückkehr zu alten Bestmarken.

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Das Aktienrückkaufprogramm liefert einen strukturellen Kaufimpuls und zeigt, dass SAP selbst von den eigenen Papieren zu aktuellen Kursen überzeugt ist. Gleichzeitig mahnt die kurzfristige Überhitzung im Chart davor, die jüngste Rally unreflektiert fortzuschreiben.

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