SAP Aktie: 106 Prozent Gewinnsprung 2025

SAP kombiniert NTT-Data-Partnerschaft mit Aktienrückkauf, während das Kartellamt ermittlungen einstellt. Der operative Gewinn stieg 2025 deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Kartellamt beendet Vorermittlungen gegen SAP
  • Operativer Gewinn 2025 um 106 Prozent gestiegen
  • NTT-Data-Deal signalisiert Vertrauen in Bewertung
  • RSI nahe überkaufter Zone bei 70,7

SAP steht heute im Zeichen einer Meldung, die zwei bislang getrennte Themen zusammenführt: einen Deal mit NTT Data und das laufende Aktienrückkaufprogramm des Konzerns. Beobachter werten die Kombination als Signal dafür, dass der Softwarekonzern trotz der schwierigen Kursentwicklung der vergangenen Monate operativ Stärke zeigen will. Zusätzlich spielt eine bereits erfolgte Entlastung durch das Kartellamt in die Einschätzung hinein.

Die Aktie gab im frühen Handel nach, notierte am Vormittag rund ein Prozent im Minus bei etwa 182,60 Euro. Damit setzt sich eine Konsolidierung fort, die den Titel deutlich unter sein 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro aus dem Oktober vergangenen Jahres drückt – aktuell beträgt der Abstand rund ein Viertel.

Zugleich liegt der Kurs klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 150,67 Euro, ein Zeichen dafür, dass sich SAP von den Tiefständen des Sommers bereits deutlich erholt hat.

Rückkauf trifft auf operative Zahlen

Der Zusammenhang zwischen NTT-Data-Deal und Rückkaufprogramm wird für Anleger interessant, weil er die Kapitalallokation von SAP in ein neues Licht rückt: Ein Unternehmen, das parallel zu strategischen Partnerschaften eigene Aktien einsammelt, signalisiert Vertrauen in die eigene Bewertung.

Untermauert wird dieses Bild durch die operative Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres. Der operative Gewinn von SAP stieg 2025 um 106 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro, allerdings bei Restrukturierungskosten von 3,1 Milliarden Euro.

Kritischer beäugt wird von Beobachtern das Forschungs- und Entwicklungswachstum, das von 18 Prozent im Jahr 2021 auf nur noch 1,8 Prozent im Jahr 2025 zurückgegangen ist – ein Punkt, der in einer aktuellen Analyse des Investoren-Podcasts „Warrens Watchlist“ von Warren Wise aufgegriffen wurde.

Kartellamt schafft Klarheit

Die Entlastung durch das Bundeskartellamt, das seine Vorermittlungen gegen SAP beendet hat, nimmt dem Unternehmen eine regulatorische Unsicherheit von der Agenda. In Kombination mit dem NTT-Data-Deal entsteht so ein Bild eines Konzerns, der operative Partnerschaften ausbaut, ohne durch offene Verfahren belastet zu sein. Für Anleger reduziert das zumindest einen der Risikofaktoren, die zuletzt auf der Aktie lasteten.

Bewertung bleibt anspruchsvoll

Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Bewertung von SAP ein Diskussionspunkt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 27,8 und damit über dem Zehnjahresdurchschnitt von 25,2. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich auf gut 207 Milliarden Euro.

Mit einem RSI von 70,7 nähert sich der Titel technisch einer überkauften Zone, was kurzfristig für erhöhte Schwankungsanfälligkeit sprechen könnte – die 30-Tage-Volatilität liegt bereits bei 45 Prozent.

Operativ liefert SAP unterdessen weiter Fortschritte im internationalen Kundengeschäft: Der brasilianische Nutzfahrzeughersteller Marcopolo hat mit Unterstützung des Dienstleisters Semantix die Migration auf SAP S/4HANA in weniger als zehn Monaten abgeschlossen, mit spürbaren Effizienzgewinnen bei Reaktions- und Bestätigungszeiten in den Systemen.

Solche Referenzprojekte untermauern die Position von SAP im Cloud-ERP-Geschäft, auch wenn sie kurzfristig kaum kursrelevant sind. Für die Einschätzung der Aktie dürfte in den kommenden Tagen entscheidend sein, wie der Markt die Kombination aus Rückkaufsignal, Kartellentlastung und der eher verhaltenen Innovationsdynamik gewichtet.

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