SAP Aktie: 2-Milliarden-Klage abgewiesen
SAP gewinnt Milliardenklage, treibt Rückkäufe und KI-Übernahmen voran. Die Aktie erholt sich deutlich, bleibt aber unter dem Jahreshoch.

- Milliardenklage gegen SAP abgewiesen
- Übernahme von Prior Labs abgeschlossen
- Aktienrückkauf im Volumen von 344 Millionen Euro
- Kurs erholt sich um 32 Prozent
SAP hat vor dem Landgericht München I einen juristischen Erfolg errungen. Die Kammer wies am Donnerstag eine Schadensersatzklage der Walldorf Integration Solutions über rund 2 Milliarden Euro wegen angeblicher Lizenzverstöße ab. Für den Konzern beseitigt das Urteil ein finanzielles Risiko, das über der Aktie lag, auch wenn eine Berufung nicht ausgeschlossen ist.
Parallel dazu sorgt eine Entwicklung bei einem US-Wettbewerber für branchenweite Aufmerksamkeit: Berichten zufolge verhandeln Workday und der Investor Silver Lake über eine mögliche Übernahme.
Solche Konsolidierungsgerüchte wecken bei Anlegern regelmäßig Fantasie für den gesamten Softwaresektor, da sie die strategische Bedeutung von Cloud- und Unternehmenssoftware-Anbietern unterstreichen – und SAP als europäisches Schwergewicht der Branche rückt dabei automatisch in den Fokus.
Aktienrückkäufe und Insider-Engagement
Das Unternehmen bleibt zudem bei seinem Aktienrückkaufprogramm aktiv. Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb SAP insgesamt 2.184.430 eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 157,62 Euro, das Volumen dieser Tranche summierte sich auf 344,3 Millionen Euro.
Ergänzend meldete Vorstandsmitglied Gina Vargiu-Breuer im Rahmen einer Directors‘-Dealings-Mitteilung den Kauf eigener SAP-Aktien – ein Signal, das Anleger als Vertrauensbeweis aus dem Management werten dürften.
Auf strategischer Ebene treibt SAP seine Investitionen in künstliche Intelligenz voran: Anfang August schloss der Konzern die bereits im Juli angekündigte Übernahme des Start-ups Prior Labs final ab, um die KI-gestützte Softwareentwicklung zu stärken.
Im Umfeld des Kerngeschäfts zeigt sich zudem, wie stark das SAP-Ökosystem externe Anbieter beschäftigt: Der IT-Dienstleister q.beyond erwarb Anfang August 51 Prozent der Anteile an der GITG AG, einem SAP-Healthcare-Spezialisten, um Kunden Lösungen für die Ablösung des von SAP für 2030 abgekündigten Branchensystems IS-H anzubieten.
Kursbild bleibt angespannt trotz Erholung
Die Aktie schloss am Freitag bei 179,80 Euro, ein Rückgang von 0,7 Prozent auf Tagesbasis. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 32 Prozent zu Buche – ein deutliches Erholungssignal nach den Rückschlägen der vergangenen Monate.
Seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch weiterhin 14 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückstand sogar 25 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 242,00 Euro, erreicht im vergangenen Oktober, trennen die Aktie derzeit noch 26 Prozent.
Die jüngste Erholung – befeuert unter anderem durch Insiderkäufe und die Einstellung kartellrechtlicher Vorermittlungen in den vergangenen Wochen – hat den Kurs deutlich über seinen 50-Tage-Durchschnitt von 148,14 Euro gehievt.
Mit einem RSI von 70,4 nähert sich das Papier technisch überkauftem Terrain, was kurzfristig für erhöhte Schwankungen sprechen könnte. Anleger richten den Blick nun auf die Quartalsmitteilung, die SAP für den 21. Oktober angekündigt hat – sie dürfte zeigen, ob sich die operative Entwicklung mit der Kurserholung deckt.
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