SAP Aktie: 22,9 Milliarden Euro Cloud-Backlog
SAP verzeichnet starkes Cloud-Wachstum und startet zweite Rückkauf-Tranche. Analysten bleiben uneins über die weitere Kursentwicklung der Aktie.

- Cloud-Backlog steigt um 27 Prozent
- Zweite Aktienrückkauf-Tranche gestartet
- Analystenmeinungen zu SAP stark geteilt
- Kurserholung nach schwachem ersten Halbjahr
Nach einem der schwersten Jahre der Firmengeschichte kommt bei SAP wieder Bewegung in die Aktie. Das Papier schloss am Freitag bei 159,40 Euro und legte damit um 1,65 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 23,91 Prozent zu Buche – die jüngste Erholung kann den Rückschlag des ersten Halbjahres bislang nicht ausgleichen. Auslöser der Gegenbewegung sind vor allem die Quartalszahlen sowie eine Reihe unternehmensseitiger Maßnahmen, die den Kurs seit Ende Juli stützen.
Cloud-Geschäft wächst zweistellig
Am 23. Juli legte SAP die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor. Der Cloud-Backlog, also die vertraglich gesicherten künftigen Clouderlöse, kletterte um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Die laufenden Clouderlöse selbst wuchsen um 22 Prozent, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent. Das Betriebsergebnis auf Non-IFRS-Basis stieg um 7 Prozent – ein spürbar langsameres Tempo als beim Umsatzwachstum. Der Grund dafür liegt in den jüngsten Zukäufen: Die Übernahmen von Dremio, die SAP Anfang Juli vollzog und in die eigene Business Technology Platform integriert, sowie von Prior Labs, deren Übernahme am 17. Juli abgeschlossen wurde, verwässern das Ergebnis kurzfristig. SAP passte den Ausblick für das Gesamtjahr beim Betriebsergebnis deshalb leicht an, hält aber grundsätzlich an der Wachstumsstrategie im Bereich KI-gestützter Datenanalyse fest.
Zweite Rückkauf-Tranche gestartet
Parallel zu den Zahlen setzt SAP sein Kapitalprogramm fort. Am 27. Juli startete die zweite Tranche des im Januar angekündigten Aktienrückkaufs mit einem Gesamtvolumen von bis zu 10 Milliarden Euro. In diesem Abschnitt will das Unternehmen bis zum 27. Januar 2027 eigene Anteile im Wert von bis zu 2,6 Milliarden Euro über die Börse zurückkaufen. Solche Programme stützen üblicherweise den Kurs, da sie die Nachfrage nach der Aktie erhöhen und die Zahl der ausstehenden Anteile reduzieren. Ergänzend veröffentlichte SAP am 31. Juli eine Korrektur einer Stimmrechtsmitteilung vom 21. Juli zu institutionellen Beteiligungsverhältnissen – ein prozeduraler Vorgang ohne unmittelbare Kursrelevanz.
Analysten bleiben gespalten
Die Einschätzungen der Analysehäuser zur Aktie gehen deutlich auseinander. Am 24. Juli senkte die DZ Bank ihren fairen Wert für das Papier von 130 auf 120 Euro und beließ die Einstufung bei „Verkaufen“. Analyst Armin Kremser begründete den Schritt damit, dass SAP das Gewinnwachstum in der zweiten Jahreshälfte deutlich beschleunigen müsse, um die eigenen Ziele für 2026 noch zu erreichen. Optimistischer positionierten sich am 27. Juli JPMorgan mit einem Kursziel von 175 Euro und UBS mit 164 Euro. Die Spanne der Kursziele spiegelt die Unsicherheit wider, ob das kräftige Cloud-Wachstum die margendämpfenden Effekte der jüngsten Zukäufe im weiteren Jahresverlauf ausgleichen kann.
Blick auf den Herbst
Für Anleger rücken zwei Termine in den Fokus: der DSAG-Jahreskongress in Köln vom 6. bis 8. Oktober, auf dem SAP traditionell mit Kunden und Partnern über die Cloud-Strategie spricht, sowie die Zahlen zum dritten Quartal 2026, die für den 21. Oktober angekündigt sind. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die zuletzt erkennbare Kurserholung auf einem tragfähigeren Fundament steht oder ob die Skepsis der DZ Bank berechtigt ist.
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