SAP Aktie: 2,6 Milliarden für Rückkäufe
SAP setzt Aktienrückkäufe trotz deutlichem Kursverlust fort und treibt mit Dremio-Übernahme die KI-Strategie voran.

- Rückkaufprogramm von 2,6 Milliarden Euro
- Kurs liegt nahe 52-Wochen-Tief
- Dremio-Übernahme soll KI-Assistenten stärken
- Quartalszahlen am 23. Juli erwartet
SAP-Aktien fallen und fallen. Das Management kauft trotzdem munter zurück. Diese Kombination wirft eine Frage auf: Wettet der Vorstand gegen den eigenen Markt?
Am Donnerstag schloss die Aktie bei 138,32 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 31,52 Prozent zu Buche. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs sogar fast halbiert.
Rückkäufe laufen trotz Kursverfalls weiter
Der Konzern nutzt die Schwäche gezielt. Die aktuelle Tranche des Aktienrückkaufprogramms hat ein Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro. Sie soll bis Ende Juli 2026 abgeschlossen sein.
Je tiefer der Kurs fällt, desto mehr Aktien bekommt SAP für sein Geld. Die Aktie notiert aktuell 47,95 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 265,75 Euro. Das Hoch stammt vom 17. Juli 2025 – fast auf den Tag genau ein Jahr her.
Am Markt gilt das Rückkaufprogramm als Signal: Der Vorstand hält die Aktie für unterbewertet. Die technische Lage bleibt trotzdem angespannt. Mit 138,32 Euro liegt der Kurs nur 5,75 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro, markiert erst am 25. Juni.
Auch die gleitenden Durchschnitte zeigen den Abwärtstrend. Der Kurs liegt 5,16 Prozent unter dem 50-Tage-Schnitt und 22,79 Prozent unter dem 200-Tage-Schnitt. Die Volatilität von 45,20 Prozent auf Jahressicht unterstreicht die Nervosität im Papier.
Dremio-Zukauf soll KI-Strategie stärken
Parallel zur Kurspflege treibt SAP den technologischen Umbau voran. Am 6. Juli 2026 meldete der Konzern den Abschluss der Übernahme des Datenspezialisten Dremio.
Die „Open Data Lakehouse“-Plattform von Dremio soll die Datenbasis für künstliche Intelligenz vereinheitlichen. Kunden sollen SAP-Daten künftig ohne aufwendige Verschiebungen mit externen Quellen verknüpfen können. Das soll auch den KI-Assistenten „Joule“ effizienter machen, den SAP zunehmend in die Kernprozesse seiner ERP-Systeme einbaut.
Zahlen am 23. Juli entscheiden über Vertrauen
Die Marktteilnehmer schauen nun auf den 23. Juli 2026. Dann legt SAP die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vor.
Analysten erwarten für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von rund 9,85 Milliarden Euro. Das wäre ein Plus von etwa 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Beim Gewinn pro Aktie rechnen Experten mit einem Sprung um rund 20 Prozent auf 1,76 Euro.
Wichtiger als die reinen Wachstumszahlen dürfte die Entwicklung des Cloud-Backlogs werden. Das Management hat zuletzt strikte Kostendisziplin verordnet, um die hohen Investitionen in die Cloud-Infrastruktur zu finanzieren. Zeigen die Zahlen am 23. Juli, dass sich diese Disziplin in besseren Margen niederschlägt, könnte das Vertrauen der Anleger zurückkehren.
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