SAP Aktie: 2,6 Milliarden Rückkauf trotz 47-Prozent-Verlust
SAP setzt sein Aktienrückkaufprogramm trotz eines Kursrutsches von fast 50 Prozent fort. Analysten sehen den Konzern unterbewertet und prognostizieren Erholungspotenzial.

- Aktienkurs seit Jahresbeginn um 31 Prozent gefallen
- Rückkaufprogramm mit 2,6 Milliarden Euro Volumen
- Analysten sehen Kurspotenzial von über 26 Prozent
- Quartalszahlen am 23. Juli im Fokus
Fast die Hälfte ihres Wertes hat die SAP-Aktie binnen eines Jahres verloren. Trotzdem kauft der Konzern in großem Stil eigene Aktien zurück. Diese Gegensätze prägen aktuell das Bild bei Europas größtem Softwarekonzern.
Am Freitag schloss das Papier bei 138,50 Euro, ein Plus von 0,13 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 0,59 Prozent zu Buche. Der Blick aufs Jahr zeigt das eigentliche Ausmaß: Seit Januar hat die Aktie 31,44 Prozent eingebüßt, auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 47,09 Prozent.
Rückkaufprogramm läuft trotz Kursverfalls weiter
Der Konzern hält an seinem Rückkaufprogramm fest. Mit einem Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro soll die laufende Tranche bis Ende Juli abgeschlossen sein. Das Management kauft damit mitten in der Kursschwäche.
In Marktkreisen wird das als klares Signal gelesen. Der Vorstand hält das aktuelle Niveau offenbar für unterbewertet. Diese Einschätzung deckt sich mit der Charttechnik: Mit 138,50 Euro liegt die Aktie nur noch 5,89 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro, erreicht am 25. Juni. Vom Hoch bei 265,75 Euro vom Juli vergangenen Jahres trennen das Papier fast 48 Prozent.
Analysten sehen Aufholpotenzial
Trotz der schwachen Chartlage bleiben Analysten optimistisch. JPMorgan Chase bestätigte Anfang Juli sein Kursziel von 175 Euro. Das entspricht einem Potenzial von über 26 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs.
Aggregierte Kursziele liegen sogar bei rund 214 Euro. Das würde eine Unterbewertung von über 50 Prozent bedeuten. Analysten setzen darauf, dass die Cloud-Transformation und KI-Integration in die ERP-Systeme die Margen mittelfristig stärken.
Die Aktie notiert derzeit 22,50 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 178,70 Euro. Auch der 50-Tage-Durchschnitt bei 145,72 Euro liegt klar über dem aktuellen Kurs. Der RSI von 45,8 signalisiert dabei keine Überverkauft-Situation, sondern einen neutralen Bereich.
Ruhe vor dem 23. Juli
Vor den Quartalszahlen am 23. Juli befindet sich SAP in der sogenannten Quiet Period. Offizielle Aussagen zur Geschäftsentwicklung sind bis dahin nicht zu erwarten. Marktbeobachter rechnen deshalb zunächst mit einer Seitwärtsbewegung.
Wichtig wird, ob die Unterstützung bei 130,80 Euro hält. Ein Bruch dieser Marke könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen. Auf der Oberseite bleibt der 50-Tage-Durchschnitt bei 145,72 Euro die erste Hürde für eine Trendwende. Mit einer annualisierten Volatilität von 38,49 Prozent auf Monatssicht bleibt die Nervosität vor dem Quartalsbericht spürbar hoch.
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